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Welcher Fahrzeug-Antrieb erzeugt am wenigsten CO2?

Fahrzeugtest
Das Plug-in-Hybrid-Fahrzeug hat im Alltagstest am besten abgeschnitten. (Foto: Hochschule Esslingen)

Hybrid, Elektroauto, Brennstoffzelle oder klassische Verbrenner? Junge Forscher haben untersucht, welche Antriebstechnologie im Praxistest am klima- und umweltfreundlichsten ist. Das Ergebnis: In puncto Verbrauch und CO2-Ausstoß hat beim heutigen Strommix der Plug-In-Hybride die Nase vorn, gefolgt vom Elektroauto. Der Brennstoffzellen-Anstrieb dagegen kann nur dann seine Vorteile ausspielen, wenn der Wasserstoff regenerativ erzeugt wird.

Klar scheint: Bei Autoverkehr müssen alternative Antriebe zu den klassische Verbrennern her. Denn Diesel und Benzinmotoren produzieren Feinstaub, Stickoxide und das Treibhausgas Kohlendioxid. Soll die Luft in den Städten besser werden und der Klimaschutz vorankommen, sind daher umweltfreundlichere Antriebstechniken nötig. Zwar gibt es schon Modelle mit Elektroantrieb und verschiedene Hybridlösungen und auch Wasserstofffahrzeuge existieren schon. Aber welche sind am umweltfreundlichsten?

Fünf Fahrzeug-Antriebe im Test

Das haben nun Fahrzeugtechnik-Studenten der Hochschule Esslingen in einem Praxistest untersucht. Sie wollten wissen: Wie schneiden fünf Fahrzeuge mit fünf unterschiedlichen Antrieben im praktischen Alltagstest ab? Was verbrauchen sie in der Stadt, auf der Autobahn und bei einer Fahrt über Land? Wie viel klimaschädliches CO2 stoßen sie dabei aus? Um diese Fragen zu beantworten, wählten die Jungforscher zunächst fünf Testfahrzeuge ähnlicher Größe aus: Mittelklasse-Fahrzeuge mit Dieselmotor, Benzinmotor, ein Elektrofahrzeug mit Batterieantrieb, ein Prototyp mit Brennstoffzelle und ein Autor mit Plug-in-Hybrid-Antrieb.

Für ihren Test wählten die Jungforscher als reales Vorbild einen 68 Kilometer langen Rundkurs nordwestlich von Stuttgart – rund um die Stadt Leonberg. In dieser Strecke waren sowohl Stadtfahrten als auch Landstraßen und Autobahnabschnitte vertreten. Die Merkmale dieser Strecke übertrugen die Studenten dann auf den Rollenprüfstand im Labor der Hochschule und testeten dann dort die fünf Fahrzeuge. Verglichen wurde der Verbrauch, einheitlich umgerechnet in Kilowattstunden und der CO2-Ausstoß. Bei den Stromfahrzeugen legten die Forscher dabei den heutigen Strommix zugrunde.

Hybrid liegt vorn

Das Ergebnis: „In der Praxis schneidet das Plugin-Hybrid-Auto durch die Kombination von einem klassischen Otto-Motor und einem Elektro-Antrieb mit Abstand am besten ab“, erläutert Studienleiter Werner Klement. Im Durchschnitt stieß das Hybridfahrzeug das wenigste CO2 aus und belastete die Umwelt am geringsten. „Das Ergebnis ist fast unschlagbar“, so Klement. Das Fahrzeug mit dem reinen Elektroantrieb war dem Hybridmodell dagegen nur phasenweise überlegen: Bei Betriebszuständen mit viel Energierückgewinnung (Rekuperation) ergab sich ein Vorteil gegenüber dem Hybridfahrzeug – allerdings war dabei die CO2-Belastung durch die Batterieherstellung nicht berücksichtigt.

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Die Fahrzeuge mit klassischen Verbrennermotoren schnitten erwartungsgemäß am schlechtesten ab. In Bezug auf den Verbrauch und den CO2-Ausstoß lagen dabei das Diesel- und das Benzin-Fahrzeug im Realbetrieb fast gleichauf. Die Unterschiede seien vernachlässigbar, so die Forscher. Besser schlug sich das Fahrzeug mit der Brennstoffzelle. In puncto Verbrauch war es den Benzin- und Diesel-Autos klar überlegen. Allerdings: Bei der CO2-Belastung liegt ein solcher Antrieb nur dann vorn, wenn der Wasserstoff regenerativ erzeugt wird. Mit dem derzeitigen Strommix wäre die CO2-Belastung größer als mit den konventionellen Antrieben sein, wie die Jungforscher berichten.

Quelle: Hochschule Esslingen

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