Wespenstachel hilft bei Hüft-OP - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Technik+Digitales

Wespenstachel hilft bei Hüft-OP

16-03-04 Oliver_Schwarz.jpg
An einem Modell aus dem 3D-Drucker erklärt Oliver Schwarz, wie sich auf Wespenart ein eckiges Loch in einen Oberschenkelknochen bohren lässt. (Foto: Wolfram Scheible für bdw)
Ein Stuttgarter Forscherteam bedient sich in der Natur: Mit deren verblüffenden Tricks entwickeln sie bessere medizintechnische Geräte und neuartige Implantate. Herausgekommen sind dabei ein Knochenbohrer für Hüftoperationen und die erste künstliche Venenklappe aus elastischem Material für Patienten mit chronisch-venösem Blutstau. Im aktuellen Heft von bild der wissenschaft beschreibt Autor Klaus Jacob die Arbeit und die erstaunlichen Resultate der Bioniker.

Ein Bohrer, der eckige Löcher bohrt – geht das? Was wie ein Aprilscherz klingt, hat Oliver Schwarz tatsächlich entwickelt – und patentieren lassen. Inspirieren ließ sich der Stuttgarter Fraunhofer-Forscher dabei von der Holzwespe. Sie kann bis zu sechs Zentimeter tief in Holz eindringen, um dort ihre Eier abzulegen. Dafür hat die Evolution das Insekt mit einem pfiffig konstruierten Stachel ausgestattet, der sich ganz anders ins Material vorarbeitet als eine herkömmliche Bohrmaschine.

Keine blutige Angelegenheit

Der Bohrer nach Wespen-Art könnte etwa für Chirurgen bei Hüftgelenksoperationen nützlich sein. Denn die arbeiten bislang beim Einsetzen einer Hüftprothese aufwendig mit der Hand und großen Raspeln – eine blutige Angelegenheit. Das bionische Gerät aus dem Fraunhofer-Labor würden sie deutlich schneller und präziser ans Ziel führen.

Daneben haben Oliver Schwarz und seine Forscherkollegen aus unterschiedlichen Disziplinen etliche andere medizinische Innovationen kreiert, die auf Vorbildern aus der Natur basieren. Zum Beispiel eine Knochenstanze, die vom Schluckmechanismus der Anakonda und den Reißzähnen von Raubtieren abgekupfert ist: Bei einer Wirbelsäulenoperation wäre sie besonders schonend für den Patienten.

Oder eine Prothese nach Art des Straußenbeins: Sie kann Menschen mit amputiertem Unterschenkel zu wahren Sprintern machen. Und damit ist der Vorrat an Ideen noch längst nicht erschöpft, wie Schwarz beim Blick in die Natur immer wieder auffällt. Einziges Manko: Bisher ließ sich kein Unternehmen finden, das seine Erfindungen in Produkte überführen will. Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe von bild der wissenschaft.

Anzeige

© wissenschaft.de
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Liken und keine News mehr verpassen!

Anzeige

"Wolkenfraß" gibt Rätsel auf

Forscher entdecken neuartigen, seltsam geradlinigen Wolkenschwund vor Afrikas Westküste weiter

Schadet Handystrahlung dem Gedächtnis?

Studie findet Einbußen im figuralen Gedächtnis bei vieltelefonierenden Jugendlichen weiter

Pseudo-Fachjournale auf dem Vormarsch

Mehr als 5.000 deutsche Forscher haben schon in "Predatory Journals" publiziert weiter

Simples Rezept gegen Kurzsichtigkeit?

Invertierter Text könnte das lesebedingte Augapfel-Wachstum hemmen weiter

Wissenschaftslexikon

Blä|ser|quar|tett  〈n. 11; Mus.〉 Quartett aus Blasinstrumenten

Ring  〈m. 1〉 1 kreisförmiger Gegenstand, Reif, bes. als Schmuck (Finger~), aus Eisen od. Leichtmetall zum Befestigen von Tauen, Schnüren usw., als Türklopfer, als Fußring bei Vögeln, als Nasenring bei Stieren, aus Gummi als Wurfspielgerät, aus Kork als Rettungsring, aus Meteoriten um Planeten (Saturn~) 2 Kettenglied ... mehr

He|lio|trop  I 〈n. 11〉 1 helllila Farbstoff 2 〈Bot.〉 eine Zierpflanze(ngattung) ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige