Anzeige
Anzeige
1 Monat GRATIS testen, danach für nur 9,90€/Monat!

Technik|Digitales

Wie Ökostrom den Klimawandel bremst

Visualsierung Umweltschutz + Eine Welt
Unsere Welt – wir haben ihr Wohl buchstäblich in der Hand. (Foto: piaxaybay.com, geralt)
Die Nachfrage nach Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind, Wasser oder Sonne steigt stetig an. Im Zuge des Klimawandels werden Verbraucher aufmerksam und überdenken ihr Konsumverhalten. Viele wollen wissen: Wie umweltfreundlich ist Ökostrom wirklich?

Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom

Wer einen Vertrag bei einem Ökostromanbieter abschließt, bekommt trotzdem einen Strommix aus der Steckdose. Reiner „grüner“ Strom fließt nicht in die Haushalte. Gleichwohl lautet die Vereinbarung mit den Stromanbieter, dass Kunden Strom kaufen, der zu 100 % aus erneuerbaren Energien stammt. Auch der Kunde, der bei einem konventionellen Stromanbieter einen Vertrag im Tarifbereich „Öko“ abschließt, erhält denselben Strommix aus der Steckdose, wie der Kunde des reinen Ökostromanbieters. Warum ist es dennoch besser, Strom von einem unkonventionellen, alternativen Anbieter zu beziehen?

Die Aktivitäten des Stromanbieters sind entscheidend

Der Unterschied besteht nicht im Strom, der aus der Steckdose kommt, sondern er besteht darin, ob und in welchem Maße ein Anbieter den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreibt. Ein Ökostromanbieter, der in den Ausbau von Wind-, Wasser- oder Sonnenenergie investiert und somit nachhaltig erzeugten Strom ins Stromnetz einspeist, reduziert den CO2 Ausstoß und bremst damit den Klimawandel. Ein solcher Ökostromanbieter ist „echt öko“ – wobei der Begriff rechtlich nicht geschützt ist.

Ob ein Anbieter tatsächlich nachhaltig produzierten Strom ins Stromnetz einspeist, können Verbraucher prüfen. Auf den Websites der Stromlieferanten sind entsprechende Hinweise zu finden. So stellt man beispielsweise auf der Website von stromdiskont.at fest, dass dahinter der zweitgrößte Alternativanbieter Österreichs steckt – die ENAMO Ökostrom GmbH. Wer hier Ökostrom zu günstigen Preisen bezieht unterstützt den aktiven Ausbau erneuerbarer Energien. Die nachhaltige Stromaufbringung schlägt sich im Versorgermix nieder: Hauptsächlich stammt der Strom aus Wasserkraft (rund 85 Prozent), zu kleineren Teilen aus Windenergie, Fotovoltaik, Biomasse und sonstigen regenerierbaren Energiequellen.

Konventionelle Stromanbieter

Ein konventioneller Anbieter, der unter anderem auch einen grünen Stromtarif anbietet und ihn zum Beispiel mit dem ungeschützten Begriff „Öko“ labelt, verhält sich in punkto Investitionen meistens anders. Es gibt natürlich Ausnahmen, doch in der Regel investiert ein konventioneller Stromanbieter beispielsweise in Kohlestrom und speist entsprechend auch Kohlestrom ins Stromnetz ein. Kohlestrom belastet die Umwelt in mehrfacher Hinsicht:

Anzeige
  • Bei der Erzeugung von Strom aus Kohle wird bei der Verbrennung pro Kilowattstunde 1.150 Gramm CO2 freigesetzt. Bei der Energiegewinnung aus Steinkohle liegt der CO2 Anteil bei 900 Gramm.
  • Bei der Gewinnung von Kohlestrom wird massiv in die Landschaft eingegriffen. Es wird Raubbau an der Natur betrieben.
  • Bei der Erzeugung von Strom aus fossilen Energien ist der Einsatz von viel Grundwasser nötig.
  • Kohlekraftwerke verschmutzen die Umwelt mit Feinstaub und Schwermetallen. Dazu gehört unter anderem auch Quecksilber, was zu gesundheitlichen Problemen führt.
  • Der schmutzige Ausstoß der Kohlekraftwerke ist inzwischen schon in der Antarktis angekommen. Quecksilber lagert sich in Speisefischen an, die wie verzehren. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind enorm, wie im Bericht der Health and Environment Alliance (HEAL) aus dem Jahr 2013 zu lesen ist.

Entscheiden sich Verbraucher gegen konventionelle und für alternative Anbieter, tun sie mittelbar etwas für den Natur- und Umweltschutz sowie für die eigene Gesundheit.

Jede Kilowattstunde zählt

Genauso, wie jede Kilowattstunde Kohlestrom für eine Belastung der Umwelt sorgt, entlastet jede Kilowattstunde echter Ökostrom die Umwelt.  In Europa wird tatsächlich mehr echter Ökostrom erzeugt, als von Kunden bezogen wird. Wenn Verbraucher also grundsätzlich daran interessiert sind, den Ausbau erneuerbaren Energien zu unterstützen und damit die Umwelt zu entlasten, sollten sie unbedingt auf das Kleingedruckte der Anbieter achten. Jeder Kunde eines echten Ökostromanbieters setzt ein wichtiges politisches Zeichen zugunsten erneuerbarer Energien. Politiker können langfristig davor nicht die Augen verschließen.

Speicherung von Ökostrom

Die nachhaltige Sicherung einer umfassenden Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen ist noch nicht erfolgt. Die heute verfügbaren Batterien sind zu teuer für einen massiven Ausbau. Deshalb erarbeiten Ökostromanbieter Lösungen, um eine Speicherung der überproduzierten Kapazitäten zu sichern.

Ein Ansatz ist beispielsweise, Strom in Gas oder Wasserstoff umzuwandeln – allerdings liegt dafür noch kein tragfähiges Konzept vor. Die Wissenschaftler stehen unter Druck, insbesondere nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima. Eine der Auswirkungen war, dass die Anzahl der Verbraucher, die echten Ökostrom beziehen wollen, drastisch angestiegen ist. Bis die nachhaltige Speicherung von Ökostrom Realität ist,  können Verbraucher selbst aktiv werden. Denn jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, ist ökologisch betrachtet die beste Kilowattstunde. Stromsparen ist demnach eine kluge Alternative und lässt sich von jedem im Alltag relativ einfach umsetzen.

Zwischenlösung: flexible Kraftwerke

Die Problematik fehlender Speichermedien für Strom fordert  vorübergehende Lösungen. Eine Lösung sind flexible thermische Kraftwerke. Sie unterstützen die geplante Energiewende sinnvoll. Ihre Aufgabe ist es, auftretende Kapazitätsmängel auszugleichen, die sich bei der Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien ergeben. Mit Blick auf die intelligenten Stromnetze, die den Strombezug in Zukunft digital regeln sollen, sind flexible Kraftwerke als ausgleichendes Element sinnvoll einsetzbar.

Der Anteil erneuerbarer Energien wächst stetig weiter und damit wachsen auch die Kapazitätsschwankungen, die einen Ausgleich brauchen. Einen parallel aufgebautes Anlagensystem, das sich intelligent anpasst, bezieht Strom zum einen aus erneuerbaren Energien, soweit vorhanden (beispielsweise Wasserkraft), aber auch aus konventionellen Kraftwerken. Damit lassen sich die Schwankungen  auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewältigen.

Dennoch bleibt ein Problem: Flexible Kraftwerke werden nur selten unter Volllast gefahren, das macht die Wirtschaftlichkeit zu einer Herausforderung für die Planer. Nur, wenn die Speichermöglichkeiten langfristig optimiert werden, sodass sie ökonomisch sinnvoll mit in das Gesamtkonzept eingebunden werden können, kann der nachhaltige Ausbau der erneuerbaren Energien zielgerichtet erfolgen.

Ökostrom nutzen und Strommix grün machen

Der Strommarkt lässt sich mit einem See vergleichen, in denen aus mehreren Flüssen Strom eingeleitet wird. Wenn Verbraucher Strom von echten Ökostromanbietern beziehen, verstärken sie den Zufluss echten Ökostroms in den Stromsee und verändern die Zusammensetzung des Strommixes. Je mehr  Ökostrom bezogen wird, desto mehr Ökostrom wird dauerhaft produziert. Damit sinkt die CO2 Belastung messbar und verlangsamt den Klimawandel.

08.08.2019

Anzeige

Wissensbücher 2022

Anzeige

Videoportal zur deutschen Forschung

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Pe|ta|lum  〈n.; –s, –ta|len; Bot.〉 Kronblatt [<lat. <grch. petalon … mehr

Oper  〈f. 21; Mus.〉 1 musikalisch gestaltetes Bühnenstück mit gesanglich dargestellter Handlung 2 Opernhaus … mehr

Aka|zie  〈[–tsj] f. 19; Bot.〉 Angehörige einer Gattung der Mimosengewächse (Mimosoideae), einer Unterfamilie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), mit zahlreichen Bäumen u. Sträuchern der wärmeren Klimazonen: Acacia ● falsche ~ = Robinie … mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]