Wie reisst Papier? - wissenschaft.de
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Technik+Digitales

Wie reisst Papier?

fragt Hans Auweiler, Köln

Haben Sie schon mal versucht, einen Zeitungsartikel auszureißen? Dann haben Sie es gemerkt: In der Längsrichtung reißt das Papier sauber, doch quer dazu fasert es völlig unregelmäßig aus – und wenn man Pech hat, geht der Riss mitten durch den Artikel.

Die Richtung, in der ein Papier gut reißt, wird nämlich vom Verlauf der Papierfasern bestimmt. Papier wird überwiegend aus Holz hergestellt. Dessen Zellulosefasern gewinnt man durch Kochen und chemische Behandlung. Zur industriellen Herstellung von Papier wird der mit viel Wasser verflüssigte Faserbrei auf das Langsieb einer Papiermaschine gegossen, das sich kontinuierlich in eine Richtung fortbewegt. Da die Fasern bis zu 200-mal so lang wie breit sind, richten sie sich auf dem bewegten Sieb überwiegend längs parallel zur Bewegungsrichtung aus. Schöpft man das Papier dagegen aus dem Faserbrei – die traditionelle Herstellungsmethode –, ordnen sich die Fasern nicht, sondern bleiben kreuz und quer liegen, verfilzen und werden zu einer einheitlichen Papierbahn.

Je nachdem, wofür das Papier bestimmt ist, schneidet man es längs oder quer zur Laufrichtung. In Büchern liegen die Fasern meist parallel zum Buchrücken. Da Papier, wenn es feucht wird, sich immer stärker quer als längs zur Laufrichtung ausdehnt, verhindert man so, dass sich die Buchseiten wellen und aus der Bindung lösen – etwa wenn das Buch in den Regen kommt. Die Faserrichtung von Zeitungspapier, das zeigt die Reißprobe, läuft ebenfalls parallel zum Falz.

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