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ADS kriegt nie genug

Gewöhnlich lässt die Spielbegeisterung nach, wenn es nichts mehr zu gewinnen gibt. Bei Kindern mit ADHS und anderen Verhaltensstörungen scheint das anders zu sein: In ihrem Gehirn ist eine Art Bremsmechanismus außer Kraft gesetzt, der bei normalen Kindern einsetzt, sobald eine Belohnungsphase vorüber ist. Das haben Forscher entdeckt, als sie die Gehirnaktivität von Kindern beobachteten, während diese um Geld spielten.

ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Kinder mit ADHS sind außergewöhnlich impulsiv und können sich nur sehr kurz konzentrieren, da sie ständig neuen Reizen folgen. Was die Störung auslöst und welche körperlichen Veränderungen mit ihr einhergehen, ist bislang größtenteils unklar. An dem Experiment der Forscher nahmen nun 19 Kinder mit ADHS oder gestörtem Sozialverhalten und 11 gesunde Kinder teil. Sie saßen dabei vor einem Bildschirm, auf dem in hoher Geschwindigkeit links oder rechts Signale aufleuchteten ? die Kinder sollten dementsprechend einen von zwei Knöpfen drücken. Jedes Kind spielte vier Runden und konnte dabei in der ersten und dritten Runde fünf US-Cent pro richtiger Reaktion gewinnen.

Die Forscher beobachteten die Gehirnaktivität der Kinder und untersuchten vor allem zwei Gehirnregionen: das Striatum und einen Bereich um das Corpus Callosum, der kurz als ACC bezeichnet wird. Das Striatum wird durch Belohnung aktiviert und motiviert Menschen zu Tätigkeiten, die zu erfreulichen Ergebnissen führen. Der ACC wird hingegen aktiv, wenn eine Belohnung endet und wirkt dann der motivierenden Wirkung des Striatums entgegen. So wurde bei den spielenden Kindern wie erwartet das Striatum aktiv und in den gesunden Kindern auch der ACC ? jeweils nach den Gewinnrunden. In den verhaltensgestörten Kindern blieb hingegen die Aktivierung des ACC aus. Das könnte der Grund sein, wieso ADHS-Kinder stets nach Spaß und Ablenkung suchen und sich nicht konzentrieren können, erklären die Forscher.

Theodore Beauchaine (University of Washington) et al.: Journal of Abnormal Psychology, Bd. 118, S. 203 ddp/wissenschaft.de ? Martin Rötzschke
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