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Affe schlägt Mensch

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Schimpansen haben ein fotografisches Kurzzeitgedächtnis. Bild: T. Lersch, wikipedia.de
Schimpansen können sich schneller und besser Zahlenreihen merken als Menschen. Das haben japanische Verhaltensforscher in Experimenten nachgewiesen, bei denen den menschlichen und tierischen Probanden an einem Bildschirm Zahlenmuster gezeigt wurden. Die Affen konnten sich nach dem Ausblenden der Zahlen besser an deren Anordnung erinnern als die Studenten einer japanischen Universität. Die Ergebnisse zeigten, dass Menschen mit ihren kognitiven Fähigkeiten den Tieren nicht generell überlegen seien.

Die Wissenschaftler brachten den insgesamt sechs Affen aus dem Primatenzentrum der Universität von Kyoto zunächst bei, die arabischen Ziffern von 1 bis 9 zu erkennen und in aufsteigender Reihenfolge zu sortieren. Beim ersten der Vergleichstests zwischen Mensch und Affe zeigten die Forscher den Probanden dann auf einem Bildschirm die neun Ziffern, die in einem beliebigen Raster auf dem Monitor verteilt waren. Als die Probanden die erste Ziffer berührten, wurden die Ziffern durch kleine weiße Vierecke verdeckt. Anschließend hatten die Probanden die Vierecke in der durch die Zahlen vorgegebenen Reihenfolge anzutippen ? eine Aufgabe, die die Affen in der Regel besser und schneller bewältigten als die Menschen (siehe Film unten).

Erfolgreicher und flinker erwiesen sich die Schimpansen auch im zweiten Test. Bei diesem Versuch erschien auf Knopfdruck eine Anordnung von fünf Ziffern auf dem Bildschirm, die nach 650, 430 oder 210 Tausendstelsekunden wieder unter den weißen Vierecken verschwanden. Während bei den Menschen die Zahl der richtig getippten Vierecke stark absank, je kürzer die Zahlen gezeigt worden waren, blieben die Ergebnisse bei den Affen nahezu konstant, ergab die Auswertung.

Bei den Affen habe sich eine Art fotografisches Gedächtnis gezeigt, erklärt Tetsuro Matsuzawa von der Universität von Kyoto die Ergebnisse. Diese Fähigkeit, Bilder in allen Details kurzzeitig im Gedächtnis zu behalten, wird immer wieder auch bei Kindern beobachtet, verliert sich jedoch meist mit zunehmendem Alter.

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Sana Inoue und Tetsuro Matsuzawa (Universität von Kyoto): Current Biology, Band 17, 23. Dezember New Scientist ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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