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Aids schlimmste Epidemie seit der Pest

Aids ist nach Auffassung führender Forscher die schlimmste Epidemie seit der Pest. Entgegen einer weit verbreiteten Auffassung werde das Ausmaß der Immunschwäche-Krankheit im globalen Maßstab derzeit schlimmer statt besser, warnte der Mitentdecker der Aids-Viren, Prof. Robert Gallo, am Mittwoch bei einer Festveranstaltung im Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Die Forschungseinrichtung feierte ihren Einzug in das Stammhaus am Nordufer im Bezirk Wedding vor 100 Jahren.

„Aids ist immer noch sehr dynamisch und nicht vorhersagbar“, sagte Gallo weiter. „Aids könnte sogar als die schlimmste Epidemie der Menschheitsgeschichte in die Bücher eingehen.“

RKI-Direktor Prof. Reinhard Kurth rechnet in diesem Jahr mit 4,5 bis fünf Millionen Aids-Toten weltweit. „Damit ist Aids zusammen mit Malaria und Tuberkulose einer der größten Killer bei den Infektionskrankheiten überhaupt.“ In Deutschland hat sich die Zahl der Neuinfektionen mit dem Immunschwäche-Virus HIV nach RKI-Angaben bei rund 2 000 im Jahr stabilisiert. Die Wissenschaftler gehen von bundesweit etwa 500 Todesfällen dieses Jahr durch die Folgen von HIV- Infektionen aus.

Es sei nicht absehbar, wann endlich ein Impfstoff gegen den Aids- Virus gefunden werde. „Es kann innerhalb von fünf Jahren so weit sein, es kann sich aber auch herausstellen, dass es zu unserer Zeit überhaupt nicht möglich ist, einen Impfstoff zu entwickeln“, sagte Kurth.

Gallo betonte, angesichts zunehmender Resistenzen von Aids-Viren- Stämmen gegen bewährte Medikamente seien ganz neue Therapieansätze nötig. Erste vielversprechende Versuche im Kampf gegen HIV- Infektionen gebe es mit dem Eiweiß „Maternin“. Dieses fanden Wissenschaftler im Urin von Frauen, die in den ersten drei Monaten schwanger waren. Wichtigstes Instrument im Kampf gegen Aids sei jedoch nach wie vor die Aufklärung der Bevölkerung, betonte Gallo, der an der Universität Maryland lehrt.

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Das Robert-Koch-Institut widmet sich seit mehr als 100 Jahren dem Kampf gegen Infektionskrankheiten. Seit 1988 beherbergt es auch das deutsche Aids-Zentrum. Das 1891 gegründete königlich-preußische Institut für Infektionskrankheiten war am 1. Oktober 1900 in die von Robert Koch entworfenen Gebäude am Nordufer gezogen, wo es noch heute seinen Hauptsitz hat. Seit 1912 trägt das staatliche Institut den Namen seines ersten Direktors.

bdw, dpa

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