Alarmierende Hörschäden bei Jugendlichen - wissenschaft.de
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Alarmierende Hörschäden bei Jugendlichen

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Schütz deine Ohren, heißt die Devise. (Foto: Don Bayley/iStock)
Wenn Lautsprecher und Kopfhörer zu oft dröhnen… Aktuelle Studienergebnisse lassen befürchten, dass sich momentan viele Jugendliche permanente Hörschäden durch zu laute Musik zuziehen. Die Forscher warnen: Es könnte sich gerade eine „Generation Hörschaden“ entwickeln.

Die Ergebnisse der Wissenschaftler aus Kanada und Brasilien basieren auf einer Untersuchung an 170 Jugendlichen im Alter von 11 bis 17 Jahren. Die Forscher erfassten zunächst durch Interviews deren Gewohnheiten bezüglich lauter Musik und Erfahrungen mit Auffälligkeiten beim Hörvermögen. Anschließend führten sie detaillierte Hörtests mit den jungen Probanden durch.

Grundsätzlich zeichnete sich bei den Interviews ab: Fast alle der Jugendlichen besaßen „riskante Hörgewohnheiten“. Auf Partys, Konzerten und durch ihren persönlichen Musikkonsum waren sie oft kritischen Lautstärken ausgesetzt, sagen die Forscher. Mehr als die Hälfte der Probanden kannte außerdem das Phänomen, dass es ihnen nach einer lauten Musikerfahrung in den „Ohren pfeift“. Dieser vorübergehende Effekt ist bereits ein Warnzeichen, sagen die Forscher. Doch ein Viertel der Probanden berichtete sogar von einem anhaltenden Tinnitus – einem Phantom-Pfeifen, Summen oder Klingeln in den Ohren, das normalerweise erst Menschen im späteren Leben plagt.

Versteckte Hörschäden

Die Hörtests der vom Tinnitus betroffenen Probanden offenbarten dann eine weitere bedenkliche Besonderheit, berichten die Wissenschaftler: Obwohl sie zwar noch genauso gut hören konnten wie die übrigen Studienteilnehmer, waren sie deutlich empfindlicher gegenüber lauten Tönen. Dabei handelt es sich um ein bekanntes Anzeichen von versteckten dauerhaften Schäden an Nerven, die für Geräuschverarbeitung zuständig sind, erklären die Forscher. Der Effekt steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Hörproblemen im weiteren Lebensverlauf, erklärt Co-Autor Larry Roberts von der McMaster University in Hamilton. „Die Höhe der Schallbelastung, die vor allem unter Jugendlichen üblich ist, reicht aus, um versteckte Schäden am Hörsystem zu verursachen“, so Roberts.

Ihm zufolge erhöhen geschädigte Nervenzellen ihre Empfindlichkeit, was die Klänge zunächst lauter erscheinen lassen kann. Bei Standardtest zur Hörfähigkeit werden solche Nervenschäden deshalb nicht deutlich. Forschungsergebnisse belegen aber, dass diese versteckten Hörprobleme sich mit den Jahren vertiefen und letztlich die Hörfähigkeit im späteren Leben belasten können. Während einige Formen der Schwerhörigkeit behandelbar sind, sind Reparaturen von Nervenschäden nicht möglich, betont Roberts. „Die Devise heißt deshalb: Schützt eure Ohren!“ so der Neurowissenschaftler.

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Präventionsmaßnahmen nötig

„Ich befürchte, da kommt ein Problem auf das Gesundheitswesen zu und zwar in der Form von Hörproblemen“, sagt Roberts. Öffentliche Kampagnen, die über die Folgen von zu lauter Musik aufklären, vergleicht er mit dem Kampf gegen das Rauchen: Vielen Menschen ist einfach nicht bewusst, dass sie sich selbst schaden, und sie würden vielleicht reagieren, wenn sie die richtigen Informationen erreichen.

Originalarbeit der Forscher:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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Wissenschaftslexikon

Acht Geschworene in einem Gericht entscheiden nicht, ob ein Pestizid krebserregend ist. Die Gefährlichkeit wird basierend auf wissenschaftlichen Untersuchungen von Genehmigungsbehärden eingestuft. 

Wenn also nun ein kalifornisches Geschworenengericht einem schwer krebsranken Gärtner und Hausmeister Entschädigungszahlungen in Höhe 289 Millionen US-Dollar zuspricht, dann zeigt das vor allem, dass die Geschworenen viel Mitgefühl mit dem Kläger haben.

Es zeigt auch, dass die Geschworenen nicht in der Lage waren, die wissenschaftliche Faktenlage richtig einzuschätzen. Die ist nämlich eindeutig: Glyphosat verursacht kein Krebs.

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Wie ein Blick in die Kommentarspalten zu Artikeln zeigt, die diese Tatsache ohne zu relativieren berichten, sind die acht Geschworenen des Gerichts in Kalifornien nicht die einzigen, die Probleme damit haben, wissenschaftliche Daten richtig einzuordnen und im Zweifelsfall ihre gefühlte Wahrheit zu überdenken. 

Wäre das nicht schön, wenn es weniger wissenschaftlichen Analphabetismus gäbe, und Fakten und Daten, Meinungen und Entscheidungen beeinflussen und bestimmen würden? 

Wir sind weit davon entfernt. Obwohl Bayer bereits Einspruch gegen das Urteil eingelegt hat, ist die Bayer-Aktie nach bekannt werden des Urteil um gut 10% eingebrochen. Bayer ist seit der Übernahme von Monsanto dieses Jahr der Besitzer des Unternehmens, das verklagt wurde.

Bayer verliert acht Milliarden Euro an Wert

Der Kursverlust von 10% bedeutet konkret, dass der Bayer-Konzern in Folge des 253 Millionen Euro Urteils mit dem Schlusskurs gestern gut acht Milliarden Euro an Wert verloren hat.

Der Markt rechnet also damit, dass dies nicht die einzige Verurteilung von Monsanto zu Glyphosat uns Krebs bleibt, sondern mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mehrere Milliarden Euro entweder an Kläger gezahlt werden müssen oder es zu einer außergerichtlichen Einigung in Folge einer Sammelklage kommen wird, um die Kläger zu entschädigen und Bayer zukünftige Rechtssicherheit in der Causa Glyphosat zu bieten.

Acht Milliarden Euro wären deutlich mehr Entschädigungszahlungen, als zum Beispiel Merck für den Skandal um ihr Schmerzmittel Vioxx zahlen musste (4,9 Milliarden USD), oder Bayer für ihr 2001 vom Markt genommenen Cholesterinsenker Lipobay (4,2 Milliarden USD).

Der Unterschied ist: Sowohl Lipobay als auch Vioxx verursachen schwere Nebenwirkungen und es kam im Zusammenhang mit deren Einnahme zu Todesfällen. Die Zahlungen an die Kläger sind also gegründet und gehen mit einem zumindest impliziten Schuldeingeständnis einher. 

Soll sich Bayer im Falle Glyphosat für etwas schuldig bekennen, ohne dass es dafür hinreichende Indizien geschweige denn Beweise gäbe? Würde eine außergerichtliche Einigung im Fall Glyphosat mit potentiell tausenden Klägern nicht automatisch als Schuldeingeständnis gewertet werden?

Hinweis: Der Artikel dient der Information und ist keine Anlageberatung. Erklärung zu Interessenkonflikten: Ich besitze zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels keine Wertpapiere der Bayer AG. Ich plane auch nicht in den 72 Stunden nach Veröffentlichung des Artikels Wertpapiere der Bayer AG zu kaufen. 

http://scienceblogs.de/weitergen/2018/08/glyphosat-krebs-und-die-moeglichen-kosten-fuer-bayer/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=glyphosat-krebs-und-die-moeglichen-kosten-fuer-bayer

Sphink|ter  〈m.; –s, –te|re; Anat.〉 Ringmuskel, Schließmuskel [<grch. sphinkter; ... mehr

Balg|ge|schwulst  〈f. 7u〉 durch Verstopfung einer Talgdrüse entstandene, gutartige Geschwulst unter der Haut; Sy Grützbeutel ... mehr

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