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Umwelt+Natur

Algen als "Goldesel"

Russische Forscher haben offenbar einen Goldesel der Erdgeschichte entdeckt. Sie konnten zeigen, dass Cyanobakterien bei Sonnenlicht Goldoxide in ihrem Inneren anreichern. Die Blaugrünalgen bilden dann unter Umständen auf dem Meeresboden goldreiche Ablagerungen. Zumindest die Goldvorkommen bei Vorontsovo im Ural, in denen Rückstände der Algen gefunden wurden, scheinen in der Urgeschichte der Erde auf diese Weise entstanden zu sein, teilt die russische Agentur „Informnauka“ mit.

Die Forscher um Roman Amosov vom russischen Zentralen Institut für Geologische Erforschung haben die Blaugrünen Algen in eine künstliche Umgebung gesetzt, die der von heißen Unterwasserquellen entspricht. Das Wasser in der Nähe der Quellen ist reich an Goldchlorid. Nach einiger Zeit fanden die Forscher, dass die Bakterien das Goldchlorid in wertvolles Goldoxid umgewandelt haben. Unter Chemikern gilt das Oxidieren von Edelmetallen, das Verbinden der Metalle mit Sauerstoff, als schwer und aufwändig. Noch wissen die Forscher denn auch nicht, wie die Algen das bewerkstelligen. Aber offenbar benötigen die Mikroorganismen dazu Sonnenlicht.

Amosov und seine Kollegen hoffen nun, dass sich die Algen auch in technischen Anlagen als „Goldesel“ nutzen lassen. Im Labor hatten die Organismen nach Angaben der Forscher immerhin binnen eines halbes Jahres Gold angereichert. In der Natur würde so etwas viele tausend Jahre dauern.

ddp/ bdw – Andreas Wawrzinek
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