Alkoholischer Fingerabdruck im Urin - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Alkoholischer Fingerabdruck im Urin

Der Genuss verschiedener Sorten alkoholischer Getränke hinterlässt typische Spuren im Urin. Das haben Kölner Wissenschaftler bei einer Studie entdeckt, in der sie Freiwilligen Bier, Wein oder Wodka zu trinken gaben. Die Zusammensetzung einer bestimmten Gruppe von Stoffwechselprodukten im Urin war bei der anschließenden Untersuchung abhängig davon, welches Getränk die Probanden zu sich genommen hatten. Neben der Art des alkoholischen Getränks kann auf diese Weise auch die Zeit, die seit dem Konsum vergangen ist, bestimmt werden. Über die Untersuchung von Andreas Bank und seinen Kollegen berichtet die Universität zu Köln .

Neben dem Alkohol Ethanol enthalten Getränke wie Wein oder Bier noch eine Vielzahl anderer Substanzen, darunter auch so genannte Aldehyde, organische Säuren und andere Alkohole. Zu diesen gehören einfach aufgebaute Moleküle wie Methanol, aber auch so genannte höhere Alkohole. Diese Substanzen bestimmen maßgeblich den Geschmack der Getränke, sind aber auch die Hauptverursacher der unangenehmen Neben- und Nachwirkungen von Alkoholkonsum.

Genau diese höheren Alkohole hinterlassen die typischen Spuren im Urin, entdeckten Bank und seine Kollegen bei ihrer Studie. Wenn die Moleküle abgebaut werden, entstehen dabei so genannte Glucuronide, die im Urin nachgewiesen werden können. Diese Glucuronide im Urin sind nach Weingenuss anders zusammengesetzt als nach Biergenuss, stellten die Forscher fest. Bei den Probanden, die Wodka getrunken hatten, fanden die Wissenschaftler praktisch überhaupt keine Glucuronide, denn Wodka enthält fast ausschließlich Ethanol.

Da die Stoffwechselprodukte recht schnell abgebaut werden, kann die noch vorhandene Menge zusätzlich Auskunft darüber geben, wie lange der Alkoholkonsum schon zurückliegt. Damit ließe sich auch die bei Autofahrern in Kontrollen beliebte Behauptung, der Alkoholgenuss liege schon Stunden zurück, überprüfen, schreiben die Wissenschaftler.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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