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Umwelt+Natur

Alte Leitbullen mässigen die aggressive Brunst junger Elefantenbullen

Afrikanische Forscher beruhigen erfolgreich Elefantenherde

Ausgewachsene männliche Elefanten beeinflussen das Verhalten von jungen Elefantenbullen, die sich in einer aggressiven Entwicklungsphase mit erhöhter sexueller Aktivität befinden. Zu diesem Ergebnis kamen afrikanische Wissenschaftler.

In den Jahren von 1992 bis 1997 töteten junge Elefantenbullen zwei Touristen und 40 weiße Nashörner im Pilanesberg National Park in Südafrika. Ein Jahr später gliederten Rob Slotow und sein Kollegen von der University of Natal sechs ältere Elefanten in die bestehende Elefantengruppe ein. Sie wollten herausfinden, ob und wie sich das Verhalten der Jungbullen dadurch ändert. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie nun im Wissenschaftsmagazin Nature.

Ab einem Alter von etwa 15 Jahren kann man bei jungen Elefantenbullen eine Entwicklungsphase beobachten, in der sie agressiver und sexuell aktiver sind. Etwa dreimal im Jahr tritt dieser Zustand, die sogenannte Musth, bei den Elefantenbullen auf. Während dieser Zeit suchen die Bullen paarungsbereite Elefantenkühe und messen gegenseitig ihre Kräfte. „Diese Kämpfe sind dramatisch und können sogar zum Tode führen. Sie sind die Hauptursache für den Tod von männlichen Elefanten“, erklärte Slotow.

Unter normalen Umständen führen die älteren Elefantenbullen die Jungbullen und halten eine Fortpflanzungshierachie aufrecht. Den Jungbullen im Pilanesberg National Park fehlte jedoch die Führung durch ältere Bullen, sie behielten ihr hormongesteuertes, aggressives Verhalten länger als normal bei. Während dieser Zeit attackierten sie Touristen und Nashörner.

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Nachdem die älteren Elefanten in die bestehende Elefantengruppe eingegliedert wurden, verringerte sich die Dauer der Musth deutlich und die Jungbullen töteten keine weiteren Nashörner. „Dieses Projekt unterstreicht, wie wichtig es ist, das Verhalten individueller Elefanten zu verstehen. Um Elefantenherden in einem Nationalpark managen zu können, müssen wir ihr Verhalten genau kennen“, fügte Slotow hinzu.

Ralf Möller
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