Anhaltende Hilfe bei Knochenschwund - wissenschaft.de
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Anhaltende Hilfe bei Knochenschwund

Medikamente gegen Osteoporose müssen nicht in jedem Fall ständig eingenommen werden. So kann etwa der häufig gegen den Knochenschwund eingesetzte Wirkstoff Alendronat nach fünf Jahren abgesetzt werden, ohne dass das Risiko eines Knochenbruchs für die Patientinnen in den nächsten fünf Jahren steigt. Frauen mit einem sehr hohen Risiko für Wirbelbrüche sollten die Therapie jedoch ununterbrochen fortsetzen. Zu diesem Schluss kommt ein amerikanisches Forscherteam um Dennis Black nach einer Studie mit mehr als tausend Frauen.

Osteoporose ist eine häufige Krankheit bei Frauen nach der Menopause. Die Patientinnen leiden unter einem fortschreitenden Verlust von Knochenmasse sowie einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche. Üblicherweise werden Medikamente gegen diesen Knochenschwund auf unbestimmte Zeit eingenommen, obwohl erst wenige Daten zur Langzeitwirkung über mehr als fünf Jahre vorliegen.

Einige Untersuchungen lassen jedoch vermuten, dass der Effekt der so genannten Bisphosphonate, der gängigsten Wirkstoffgruppe, selbst nach dem Absetzen noch einige Jahre lang anhält. Daher untersuchten Black und sein Team nun bei 1099 Frauen mit einer geringen Knochendichte die Wirkung von Alendronat, einem der am häufigsten verordneten Bisphosphonate.

Eine Gruppe Patientinnen erhielt dabei täglich fünf und eine zweite Gruppe zehn Milligramm Alendronat, während eine dritte Gruppe ein Placebo einnahm. Die Probandinnen nahmen das Medikament entweder zehn Jahre lang ein oder setzten es nach rund fünf Jahren ab. Das Ergebnis: Zwar nahm die Knochendichte bei den Frauen, die die Behandlung nach fünf Jahren abgebrochen hatten, etwas stärker ab als bei denen, die durchgehend das Medikament eingenommen hatten. Das allgemeine Risiko für Knochenbrüche war jedoch bei beiden Gruppen nach zehn Jahren etwa gleich hoch.

Brüche von Wirbelknochen waren allerdings bei denjenigen Probandinnen, die das Medikament zehn Jahre lang einnahmen, seltener als bei der Gruppe, die das Alendronat nach der Hälfte der Studienzeit abgesetzt hatte. Die Wissenschaftler folgern daraus, dass Patientinnen, die ein erhöhtes Risiko für Wirbelbrüche haben, das Medikament nicht absetzen sollten.

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Die Ergebnisse dürften für Frauen nach den Wechseljahren, die an Osteoporose leiden, erfreuliche Nachrichten sein, sagt Black. Denn insbesondere ältere Menschen müssten häufig mehrere verschiedene Medikamente einnehmen. Das frühere Absetzen eines davon dürfte daher nicht nur zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen, sondern auch die Kosten für die medizinische Behandlung senken. Die Wissenschaftler wollen nun genauer untersuchen, welche Patientinnen das Medikament weiterhin nehmen sollten und welche es absetzen können.

Dennis Black (Universität von Kalifornien, San Francisco) et al.: JAMA, Bd. 296, S. 2927 ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi
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