Anpassung im Zeitraffer - Finkenpopulationen unterscheiden sich bereits nach 30 Jahren - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Umwelt+Natur

Anpassung im Zeitraffer – Finkenpopulationen unterscheiden sich bereits nach 30 Jahren

Hausfinken legen ihre Eier, aus denen entweder Weibchen oder Männchen schlüpfen, in einer ganz bestimmten Reihenfolge, und können dadurch die Überlebenschancen ihres Nachwuchses erhöhen. Der Biologe Alexander V. Badyaev von der Auburn University in Auburn, USA und seine Kollegen stellten durch Untersuchungen an zwei Hausfinkenpopulationen fest, dass sich die Vögel durch dieses Legeverhalten sehr schnell an neue Umweltbedingungen anpassen können. In ihrer im Wissenschaftmagazin Science (Viol. 295, S. 316) erschienenen Studie berichten die Wissenschaftler, dass sich die Finken bereits innerhalb von dreißig Jahren so unterschiedlich entwickelten, dass sie in ihrem Aussehen und in ihrem Verhalten voneinander unterscheidbar waren.

Die Wissenschaftler untersuchten zwei sich unabhängig voneinander entwickelnde Populationen von Hausfinken (Carpodacus mexicanus) in Montana und Alabama in den USA. Alle Vögel stammen von den in Kalifornien heimischen Hausfinken ab, sie haben sich aber seit etwa dreißig Jahren unabhängig voneinander entwickelt. Die Finken in Montana haben nun große Weibchen und kleine Männchen. Die Population in Alabama besteht dagegen aus kleinen Weibchen und großen Männchen – dadurch haben sich beide Vogelpopulationen optimal an ihre Umweltbedingungen angepasst.

Badyaev und seine Kollegen vermuteten, dass auch das Legeverhalten der Hausfinken zu einer solch schnellen Anpassung beiträgt. So wurde beispielsweise schon bei anderen Vogelarten festgestellt, dass die zuerst schlüpfenden Jungvögel in der Regel größer und kräftiger sind und damit höhere Überlebenschancen haben.

Die Wissenschaftler markierten daher die gelegten Eier und beoachteten aus welchen Eiern weibliche oder männliche Jungvögel schlüpften. Sie stellten fest, dass die Finken für fünf Tage täglich ein Ei legen und dass die Jungvögel dann auch in dieser Reihenfolge schlüpfen. Das zuerst geschlüpfte Junge wuchs in der Regel schneller, erreichte eine größere Körpergröße und hatte dadurch auch eine höhere Überlebenschance.

Außerdem können die Finken schon bei der Eiablage das Geschlecht des in dem Ei heranwachsenden Jungvogels bestimmen. So schlüpfen aus den zuerst gelgten Eiern der Finken in Montana überwiegend Weibchen und aus den zuerst gelegten Eier der Finken in Alabama überwiegend Männchen. So trägt auch das Legeverhalten der Finken zu ihrer schnellen Anpassung an die neuen Umweltbedingungen bei.

Anzeige

Ralf Möller
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Liken und keine News mehr verpassen!

Anzeige

Wissenschaftslexikon

Hy|po|the|ken|schuld|ner  〈m. 3〉 Schuldner, der aufgrund einer Hypothek Zahlungen zu leisten hat

Men|su|ral|no|ta|ti|on  〈f. 20; unz.; Mus.; bis 1600〉 auf die Modalnotation folgende Notenschrift, in der die Dauer der Töne (gemäß ihrer Mensur) genau festgelegt ist, unabhängig vom Metrum des Textes, abgelöst durch unsere heutige einheitl. Notation

Hip|po|the|ra|pie  〈a. [′–––––] f. 19; Pl. selten; Med.〉 Therapie, die körperliche od. seelische Schädigungen durch Reiten zu heilen versucht [<grch. hippos ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige