Attraktives Röhrchen - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Gesundheit+Medizin Umwelt+Natur

Attraktives Röhrchen

Amerikanische Herzforscher wollen mit einem Trick die Heilung von Herzkranzgefäßen nach Operationen verbessern: Sie magnetisieren heilungsfördernde Zellen im Blut, die dann zu einem magnetischen Röhrchen direkt an der frisch operierten Stelle gezogen werden. Dieses Röhrchen hält gleichzeitig das Blutgefäß offen. Die Forscher um Gurpreet Sandhu von der Mayo-Klinik in Rochester erproben die Technik derzeit in vorklinischen Studien.

Sind Blutgefäße in der Herzgegend verstopft oder verengt, wird häufig ein so genannter Stent eingesetzt, ein Röhrchen, durch das das Blut dann wieder ungehindert fließen kann. Durch die Operation sind die Gefäße jedoch verletzt, und es fehlen bestimmte Zellen, die dafür sorgen, dass sich keine Blutgerinnsel bilden. Mit der Methode der Herzforscher könnte es nun gelingen, die benötigten Zellen schnell und zielgerichtet zum gewünschten Ort zu bringen.

Die Herzspezialisten extrahierten für ihr Verfahren zunächst die heilsamen Zellen, auch Endothelzellen genannt, aus dem Blut. Dann setzten sie ihnen winzige magnetische Teilchen ein. Geben die Forscher nun nach der Operation die präparierten Zellen ins Blut zurück, wandern diese in Richtung des speziellen, ebenfalls mit magnetischen Eigenschaften ausgestatteten Stents und heften sich dort an vorhandenes Gewebe an.

Bis zu dreißigmal besser als bei herkömmlichen Methoden gelang es auf diese Weise, die Zellen an den gewünschten Ort bringen, stellten Sandhu und seine Kollegen fest. „Wenn man implantiertes Material schnell mit körpereigenen Zellen umkleiden kann, heilt das verletzte Gewebe schneller“, erklärt der Forscher. „Damit verringert sich auch die Gefahr von Blutgerinnseln.“

Noch befindet sich die Magnetzell-Methode in der Erprobungsphase und kann noch nicht beim Menschen eingesetzt werden. Sandhu und seine Kollegen erhoffen sich jedoch vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. So könnten auch bei Krebs und anderen Krankheiten Zellen oder Medikamente mit magnetischen Materialien versehen werden und gezielt an ihren Wirkort gebracht werden, sagt Sandhu.

Anzeige

Gurpreet Sandhu (Mayo-Klinik, Rochester) et al.: Journal of the American College of Cardiology, Bd. 48, S. 1839 ddp/wissenschaft.de ? Christine Amrhein
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Ge|flu|der  〈n. 13; unz.; Bgb.〉 Holzrinne zum Ableiten von Wasser [→ Fluder ... mehr

Uli|tis  〈f.; –, –ti|den; Med.〉 Zahnfleischentzündung [<grch. oulon ... mehr

Pha|sen|kon|trast|mi|kro|skop  auch:  Pha|sen|kont|rast|mik|ros|kop  〈n. 11; Phys.〉 optisches Gerät zur Beobachtung von Objekten, die im normalen Mikroskop nicht sichtbar werden, wobei Phasenunterschiede in Helligkeitsunterschiede umgewandelt werden ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige