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Umwelt+Natur

Auch Affen verbinden Rufe mit bestimmten Gesichtsausdrücken

Rhesusaffen können die Laute von Artgenossen mit den passenden Gesichtsausdrücken in Verbindung bringen. Diese Fähigkeit könnte eine Vorstufe der menschlichen Eigenart sein, gesprochene Worte mit entsprechendem Mienenspiel zu untermauern. Das berichten deutsche Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature“ (Bd. 423, S. 937).

Rhesusaffen leben in sozialen Gruppen und kommunizieren mittels Lautäußerungen, zu denen sie bestimmte Gesichtsausdrücke zeigen. Beispielsweise werden freundliche Rufe und Drohrufe von zwei typischen Mimiken begleitet. Asif Ghazanfar und Nikos Logothetis vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen präsentierten verschiedenen Affen gleichzeitig zwei tonlose Filme von Artgenossen mit diesen beiden Gesichtsausdrücken. Dazu spielten sie den Ton von jeweils einem der beiden Rufe ab. Die Tiere schauten daraufhin länger auf das Bild, das die zum Ruf passende Mimik zeigte.

Die zu den Altweltaffen gehörenden Tiere können demnach einen Ton dem entsprechenden Bild zuordnen, schließen die Forscher. Menschliche Kleinkinder, die noch nicht sprechen können, reagieren bei einer vergleichbaren Aufgabe auf dieselbe Weise. Altweltaffen gehören zu den nahen Verwandten des Menschen, die als höhere Primaten bezeichnet werden. Die Fähigkeit der Verknüpfung von akustischer und visueller Wahrnehmung hat sich damit vermutlich in der Evolution bereits entwickelt, bevor sich der Mensch vom Affen abspaltete.

Die gleichzeitige Nutzung zweier verschiedener Informationskanäle bringt deutliche Vorteile für die zwischenmenschliche Kommunikation mit sich. „Es ist zum Beispiel auf einer lauten Party viel einfacher jemanden zu verstehen, wenn man ihn sowohl sehen als auch hören kann. Schließt man dabei die Augen wird es fast unmöglich“, erklärt Asif Ghazanfar. Die Studie sei die erste überhaupt, die zeige, dass nicht nur Menschen diese Fähigkeit besäßen, meint Ghazanfar.

ddp/bdw ? Christine Harbig
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