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Aus Fett werden Muskeln

Amerikanischen Forschern ist es gelungen, glatte Muskelzellen aus Stammzellen des menschlichen Fettgewebes zu erzeugen. Solche Muskelzellen kommen in den Wänden von Hohlorganen wie den Blutgefäßen, der Harnblase und dem Darm vor. Diese Muskulatur kann nicht willkürlich kontrolliert werden ? im Gegensatz zur quergestreiften Skelettmuskulatur, die gezielt eingesetzt werden kann. Die aus den Stammzellen entstandenen glatten Muskelzellen könnten künftig dazu dienen, beschädigte Organe zu regenerieren.

Larissa Rodriguez und ihr Team züchteten die Fettstammzellen in einem Nährmedium mit Wachstumsfaktoren, welche die Zellen dazu anregten, sich zu glatten Muskelzellen zu entwickeln. Diese Zellen dehnten und kontrahierten sich wie gewöhnliche Muskelzellen von Hohlorganen, wiesen die Wissenschaftler in weiteren Tests nach. Zudem stellten die Wissenschaftler durch Klonen genetisch identische Fettstammzellen her und demonstrierten so die Möglichkeit, funktionsfähige glatte Muskelzellen wiederholt zu erzeugen.

Werden Stammzellen aus dem eigenen Fettgewebe eines Patienten gewonnen, so hat dies den Vorteil, dass keine Medikamente eingesetzt werden müssen, um die Abstoßung von fremdem Gewebe verhindern, erklärt Rodriguez. Glatte Muskelzellen wurden schon aus Stammzellen des Gehirns und des Knochenmarks erzeugt. Aber es ist laut Rodriguez viel einfacher, Stammzellen aus Fettgewebe zu gewinnen, zumal bei den meisten Patienten körpereigenes Fettgewebe jederzeit zur Verfügung steht.

In weiteren Studien wollen die Wissenschaftler Wachstumsfaktoren finden, welche die Stammzellen dazu anregen, sich schneller zu Muskelzellen zu entwickeln als bisher. Zudem beginnen die Forscher um Rodriguez, aus glatten Muskelzellen Gewebe für die Harnwege einschließlich der Harnröhre herzustellen.

Larissa Rodriguez ( University of California, Los Angeles) et al.: PNAS, doi: 10.1073/pnas.0604850103. wissenschaft.de ? Beate Förster
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