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Ausgedachte Freunde tun Kindern gut

Die Neigung zu Halluzinationen könnte Teil der normalen Entwicklung im frühen Kindesalter sein. Das ergab eine Studie britischer und australischer Wissenschaftler, die Kindern Bänder von bedeutungslosen Klanggemischen vorspielten. Viele der Kinder hörten Wörter in diesem Klangsalat, berichten die Wissenschaftler auf einem Kongress der Britischen Psychologischen Gesellschaft in Leeds.

An der Studie nahmen dreißig Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren teil. Die Forscher spielten ihnen manipulierte Tonbandaufnahmen einer menschlichen Stimme vor. Aufgrund der Verzerrungen hörten die Kinder nur noch einen bedeutungslosen Buchstabensalat. Anschließend wurden sie gefragt, ob sie einzelne Wörter erkennen konnten und welche es waren. Außerdem wollten die Forscher von ihren Testpersonen wissen, ob sie von Zeit zu Zeit mit einem imaginären Freund kommunizierten.

Ein Drittel der Kinder gab an, einzelne Wörter gehört zu haben. Neun von diesen zehn berichteten außerdem, sie hätten einen solchen imaginären Freund, was sich die Forscher von deren Eltern bestätigen ließen. Bei den zwanzig Kindern, die keine Wörter gehört hatten, existierte nur in fünf Fällen ein solcher Freund.

„Halluzinationsähnliche Erfahrungen sind im Vorschulalter ein durchaus normales Merkmal der psychischen Entwicklung“, kommentiert Charles Fernyhough von der Universität in Durham die Ergebnisse. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Menschen, die in ihrer Kindheit einen imaginären Freund hatten, häufig über ausgeprägtes soziales Einfühlungsvermögen verfügen.

ddp/bdw ? Dirk Gilson
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