Bakterielle Verbündete - wissenschaft.de
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Bakterielle Verbündete

Bei akutem Durchfall ist es ratsam, probiotische Bakterien zu sich zu nehmen: Sie verkürzen messbar die Zeit, die Betroffene an der Magen-Darm-Erkrankung leiden. Das ist das Fazit britischer und philippinischer Forscher nach einer Auswertung von insgesamt 63 verschiedenen Studien, die sich mit der Wirkung von Probiotika bei Durchfall befasst hatten. Negative Folgen der Behandlung seien nicht zu finden gewesen, betonen die Wissenschaftler. Unter dem Oberbegriff Probiotika werden spezielle Bakterien zusammengefasst, die lebend verzehrt werden und die Passage durchs Verdauungssystem eher überstehen als andere Bakterien. Sie sind sowohl als Lebensmittelzusatz erhältlich als auch als Arzneimittel zur gezielten Stärkung der Darmflora. Über ihre Studie berichten Stephen Allen von der Universität im britischen Swansea und seine Kollegen.

Es gab zwar bereits in früheren Studien Hinweise darauf, dass Probiotika einen positiven Einfluss auf den Verlauf von Durchfallerkrankungen haben können. Allerdings war die Datenbasis dieser Untersuchungen deutlich kleiner als die der neuen Studie und damit auch weniger aussagekräftig. In der aktuellen Untersuchung erfassten die Forscher um Allen die Informationen von über 8.000 Patienten, die in 63 verschiedenen Studien gesammelt worden waren. 56 davon hatten sich mit Säuglingen und Kleinkindern befasst, für die Durchfallerkrankungen besonders kritisch sind.

Obwohl es sich um verschiedene Studienansätze gehandelt habe, seien die meisten zu dem klaren Ergebnis gekommen, dass Probiotika Durchfall reduzieren können, berichtet Studienleiter Allen. So verkürzten die Mikroorganismen, wenn sie in Kombination mit viel Flüssigkeit eingenommen wurden, die Dauer der Erkrankung um durchschnittlich einen Tag. Zudem senkten sie das Risiko, dass der Durchfall mehr als vier Tage andauert, um knapp 60 Prozent. Als Nebenwirkung sei lediglich Erbrechen beobachtet worden – aber das sei in den Gruppen, die ein probiotikafreies Placebo bekommen hatten, ebenso häufig gewesen wie in den tatsächlich behandelten Gruppen.

Wie genau die Mikroben dem Darm helfen, ist bisher nicht bekannt. Einer Theorie zufolge verdrängen sie krankmachende Keime und Viren, da sie um die gleichen Nahrungsressourcen konkurrieren. Die Forscher um Allen wollen als nächstes nun genauer untersuchen, welche Stämme besonders gut wirken – daraus könnten dann auch neue Erkenntnisse über die Wirkweise der Mikroorganismen gewonnen werden.

Stephen Allen (Universität, Swansea) et al.: Cochrane Library of Systematic Reviews, Bd. 11, Artikel-Nr. CD003048 dapd/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel
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