Bald erste Versuche am Menschen - Gehirnimplantate stoppen epileptische Anfälle - wissenschaft.de
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Bald erste Versuche am Menschen – Gehirnimplantate stoppen epileptische Anfälle

Amerikanische Wissenschaftler arbeiten an Gehirnimplantaten, die Epilepsieanfälle stoppen sollen. Innerhalb des nächsten Jahres wollen sie den ersten Prototyp am Menschen testen. Das berichtet die Fachzeitschrift Nature in ihrer Internet-Ausgabe.

Während eines epileptischen Anfalls verliert das Gehirn die Kontrolle über die Aktivitäten seiner Nervenzellen. Diese geben während des Anfalls unregelmäßig elektrische Impulse ab. Bruce Gluckman von der George Mason University in Virginia versucht zusammen mit seinem Team, dieses „Gewitter“ mit einem elektrischen Gegenfeld zu stoppen, das von einem Implantat erzeugt wird.

„Das Gerät misst, was das Neuronen-Netzwerk im Gehirn tut und erzeugt bei Bedarf ein elektrisches Feld, um einen Anfall zu stoppen“, erklärt der Gehirnchirurg Steven Schiff. Er vergleicht das Implantat mit nebengeräuscharmen Kopfhörern, wie sie beispielsweise von Piloten benutzt werden. Diese vermeiden störende Nebengeräusche, indem sie ein phasenumgekehrtes Gegengeräusch erzeugen, das das Nebengeräusch auslöscht.

Das Gerät wurde bisher nur im Labor an Schnitten aus Rattengehirnen getestet. Die Forscher tränkten diese Gehirnschnitte mit einer künstlichen Gehirnflüssigkeit, die sie mit Kalium anreicherten. Dadurch wurde in den Schnitten ein epileptischer Anfall erzeugt. Das Ergebnis war gemischt: In manchen Fällen gelang es den Forschern, den Anfall mit einem Gegenfeld zu stoppen, in anderen nicht.

Um Klarheit zu schaffen, planen die Forscher jetzt den ersten Versuch an menschlichem Gewebe. Zur Zeit wird bei Patienten, bei denen eine medikamentöse Behandlung nicht anschlägt, der betroffene Teil des Gehirns entfernt. Während einer solchen Operation will Gluckman das Gerät an dem betroffenen Gehirngewebe testen, bevor es entfernt wird.

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Bisher kann zwei Dritteln der Epilepsie-Patienten mit Medikamenten geholfen werden, allerdings oft um den Preis von Nebenwirkungen wie beispielsweise Müdigkeit.

Axel Tillemans

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