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Baumrinde gegen Augenkrebs

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Bereits die Inkas nutzen die Innenrinde des Lapacho-Baumes als Heilmittel. Foto: Wikipedia
Ein Wirkstoff aus der Rinde des südamerikanischen Lapacho-Baumes könnte helfen, eine schwere Form von Augenkrebs zu heilen. Von dem Retinoblastom genannten Krebs sind vor allem Kinder unter sechs Jahren betroffen. Der Wirkstoff Beta-Lapachon hemmt das Wachstum der Krebszellen und tötet diese selbst in niedriger Konzentration zuverlässig ab.

Um die Wirksamkeit des Rindenextrakts zu untersuchen, behandelten die Wissenschaftler drei verschiedenen Arten von Augenkrebszellen im Reagenzglas mit der Substanz. Beta-Lapachon wirkte sich hemmend auf das Wachstum aller drei Zelllinien aus, stellten Heeral Shah und ihre Kollegen fest. Zwei bis vier Tage nach der Anwendung ließ sich auch ein deutliches Absterben der Krebszellen beobachten. Diese Ergebnisse stimmen mit früheren wissenschaftlichen Untersuchungen überein, die die Wirksamkeit von Beta-Lapachon bei Brust-, Darm- oder Lungenkrebs belegen konnten.

Das Retinoblastom ist eine seltene Form von Augenkrebs, die bei Kindern unter sechs Jahren auftritt und unbehandelt tödlich verläuft. Obwohl der Tumor mit einer Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie gut behandelt werden kann, hat diese Therapie auch Nachteile. So kann die Bestrahlung zu Folgeerkrankungen und sogar zu Todesfällen führen. Eine Kombination aus Chemotherapie mit einer rein örtlichen Behandlung könnte diese Folgewirkungen jedoch verringern. Die Forscher hoffen daher, mit dem Wirkstoff des Lapacho-Baumes Augenkrebs in Zukunft schonend und zugleich effektiv behandeln zu können.

Heeral Shah (Universität von Kalifornien, San Francisco) et al.: Eye, DOI: 10.1038/sj.eye.6702764 ddp/wissenschaft.de ? Christine Amrhein