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Umwelt+Natur

Bei der Verbrennung von Torf entstehen Dioxine

Die Krebs erregenden und langlebigen Dioxine gelangten nicht erst im 20. Jahrhundert in die Umwelt. Auch in früheren Zeiten wurden die gefährlichen Umweltgifte schon freigesetzt, und zwar durch die Verbrennung von Torf, berichten Andrew Meharg und Kenneth Kilham von der schottischen University of Aberdeen im Magazin Nature (Bd. 421, S. 909).

Dioxine entstehen unter anderem bei der Produktion der ebenfalls giftigen polychlorierten Biphenyle (PCB) oder bei der Herstellung einiger Pestizide. Eine weitere Quelle ist die unvollständige Verbrennung organischer Verbindungen, die das Element Chlor enthalten. In den baumlosen Gebieten der schottischen Inseln und des schottischen Hochlandes verbrannten die Bauern aus Mangel an Holz früher Torf zum Heizen.

Durch die salzige Seeluft hat der Torf einen hohen Anteil an Chlor und enthält auch schon einen geringen Anteil von Dioxinen, stellten Meharg und Kilham fest. Durch die Verbrennung des Torfs vergrößert sich dieser Anteil erheblich.

Die beiden Forscher berechneten, dass in früheren Jahrhunderten in den Highlands und auf den schottischen Inseln pro Jahr ein Kilogramm Dioxin durch die Verbrennung von Torf entstanden sein dürfte. Zum Vergleich: Sämtliche britischen Müllverbrennungsanlagen erzeugen heute knapp elf Kilo Dioxin pro Jahr.

Wie langlebig die Dioxinverseuchung sein kann, entdeckten die Forscher auf der vor 70 Jahren verlassenen Isle of Hirta. Durch die jahrhundertelange Torfverbrennung enthält der Boden dort heute immer noch deutlich mehr Dioxin als frischer Torf, fanden Meharg und Kilham heraus.

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Ute Kehse
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