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Beim Stottern stottert das Gehirn mit

Bei Stotterern ist nicht nur das Sprechen selbst gestört. Schon grundlegende Sprachverarbeitungsprozesse im Gehirn scheinen bei ihnen anders abzulaufen als bei Menschen, die nicht stottern. Das zeigen Untersuchungen amerikanischer Forscher, wie die Purdue-Universität in West Lafayette berichtet.

Christine Weber-Fox und ihre Kollegen stellten Stotterer und Nicht-Stotterer vor eine Reihe von Aufgaben, um ihre Fähigkeiten im Umgang mit Bedeutung, Grammatik und Klang von Sprache festzustellen. Sie sollten dabei gar nicht sprechen, sondern sich nur gedanklich mit der Aufgabe auseinandersetzen. Während des Versuchs zeichneten die Forscher die Hirnaktivität der Probanden auf. Das Gehirn eines Stotterers arbeitete anders, selbst wenn er nur über Sprache nachdachte. Bei komplexen Aufgaben zum Beispiel brauchte es länger, fanden die Forscher. Außerdem waren bei manchen Tests bestimmte Areale bei Stotterern aktiver.

Die genaue Ursache für Stottern ist bisher nicht bekannt. Erwachsene, die stottern, haben häufig sehr gute Sprachfähigkeiten und keine Probleme mit Grammatikregeln oder dem Klang von Sprache. Wenn sie sprechen, schwanken jedoch die motorischen Leistungen und sie machen Pausen oder überspringen Silben oder ganze Wörter. Bislang waren Forscher daher der Meinung, dass bei Stotterern in erster Linie die Sprachausgabe gestört ist. Die Ergebnisse von Weber-Fox und ihren Kollegen zeigen nun, dass es doch ein wesentlich komplexeres Zusammenspiel zwischen Sprachverarbeitung und motorischen Systemen gibt. Einen einzelnen Grund für Stottern gibt es nicht, schließen die Forscher.

ddp/bdw ? Cornelia Dick-Pfaff
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