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Beschneidung schützt vor HIV

Beschnittene Männer haben ein etwa sechsmal geringeres Risiko, sich mit HIV zu infizieren. Dieser Schutz beruht vermutlich auf biologischen Ursachen und ist nicht auf ein anderes Sexualverhalten zurückzuführen, legt eine Untersuchung eines amerikanisch-indischen Forscherteams nahe. Robert Bollinger von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore und seine Kollegen beschreiben ihre Studie in der Fachzeitschrift The Lancet (Bd. 363, S. 1039).

Bislang waren Daten über das geringere Infektionsrisiko beschnittener Männer widersprüchlich: Einerseits zeigten Untersuchungen, dass die beim Beschneiden entfernte Vorhaut eine Vielzahl von Zellen enthält, die für das HI-Virus besonders leicht zugänglich sind und ihm das Eindringen in den Körper erleichtern. Andere Studien legten jedoch nahe, dass Beschnittene schlicht ein risikoärmeres Sexualverhalten an den Tag legen.

Bollinger und sein Team untersuchten und befragten knapp 2.300 Männer, die im indischen Pune zwischen 1993 und 2000 eine von drei Kliniken für sexuell übertragbare Krankheiten aufgesucht hatten. Bei der ersten Untersuchung hatte keiner der Männer eine HIV-Infektion. Die meisten Männer wurden im Jahr danach noch drei weitere Male überprüft.

Zwar infizierten sich beschnittene Männer deutlich seltener mit HIV. Aber mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Syphilis, Herpes Simplex vom Typ 2 oder Gonorrhoe steckten sie sich genauso häufig an wie unbeschnittene Männer, fanden die Mediziner. Das Sexualverhalten spielt demnach bei der Infektion mit HIV keine Rolle, sondern aufgrund der fehlenden Vorhaut haben die Viren schlechtere Angriffschancen, schließen die Forscher.

ddp/bdw ? Cornelia Pfaff
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