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Biowaffen gegen Zecken

Zecken können nicht nur Hirnhautentzündung übertragen, sondern auch die gefährliche Lyme-Borreliose, gegen die es bislang keinen Impfstoff gibt. Jetzt bekämpfen Biologen die Blutsauger mit Pilzen, Wespen und Weidetieren.

Suchend reckt sie ihre Vorderbeine. Der scharfe Geruch von Buttersäure liegt in der Luft. Das Haller’sche Organ, eine kleine Grube mit Sinneshärchen am Ende der Beinchen, hat ihn aufgespürt. Da streift etwas den Grashalm, auf dem die Zecke sitzt, und blitzschnell packt sie zu. Jetzt braucht sie nur noch ein wenig Geduld, nur noch eine Stelle, an der die Haut schön dünn ist, wie an den Kniekehlen oder am Haaransatz, wo das begehrte Blut nicht zu tief fließt für ihren kurzen Rüssel. Und schon rammt sie ihren Saugapparat in die weiche Haut. Unbemerkt wird sie beim Durststillen ihre gefährliche Fracht los. Zecken und die von ihnen übertragenen Krankheiten beunruhigen Naturfreunde und Ärzte gleichermaßen. Jedes Frühjahr ist es dasselbe: Wenn allmählich die Sonne länger scheint und die Temperaturen steigen, krabbeln die kleinen Blutsauger aus der Laubdecke am Waldrand oder im Stadtpark und machen sich auf die Suche nach einem Wirt. Nicht selten läuft der in Jogging-Klamotten vorbei oder radelt durchs Unterholz. Doch was viele nicht wissen: Die sogenannte Zecken-Impfung schützt nicht vor Zeckenstichen. Und sie ist auch nur gegen einen einzigen Krankheitserreger wirksam, nämlich das Virus, das die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) überträgt.

BORRELIOSE — immer mehr Kranke

Aber neben dieser Hirnhautentzündung kann der Gemeine Holzbock oder Ixodes ricinus, der in Deutschland am weitesten verbreitet ist, noch eine ganze Menge anderer Erreger verbreiten. Am häufigsten ist er mit Borrelien infiziert – spiralförmigen Bakterien aus der Gruppe der Spirochäten, von denen es in Europa mehrere Stämme gibt. Einige davon lösen die Lyme-Borreliose aus (siehe Kasten „Gut zu wissen“). Die Borrelien werden wahrscheinlich ausschließlich von Zecken auf den Menschen übertragen.

Das Gerücht, dass auch andere Blutsauger die Bakterien verbreiten, hält sich zwar hartnäckig, ist aber wissenschaftlich nicht erwiesen. In Studien wurde bei Stechmücken nur eine sehr geringe Durchseuchungsrate festgestellt, und bisher ist lediglich aus den USA ein Fall bekannt, bei dem eine Lyme-Borreliose möglicherweise von einer Bremse übertragen wurde. Die Lyme-Borreliose ist mit Abstand die häufigste von Zecken übertragene Krankheit, das Robert-Koch-Institut geht von etwa 60 000 Neuinfizierten pro Jahr aus. Verlässliche Werte für ganz Deutschland liegen nicht vor, denn meldepflichtig ist die Lyme-Borreliose nur in den östlichen Bundesländern. Dort wird seit einigen Jahren ein Anstieg beobachtet: Wurden im Jahr 2002 pro 100 000 Einwohner noch durchschnittlich 17,8 Erkrankungen gezählt, so waren es 2006 bereits 37,3. Die Zunahme der Borrelien-Infektionen in den Statistiken erklärt sich Gabriele Poggensee vom Berliner Robert-Koch-Institut auch mit der Sensibilisierung der Bevölkerung und der wachsenden diagnostischen Erfahrung der Ärzte: „Es gibt wohl nicht von Jahr zu Jahr mehr Erkrankungen, sondern wir nähern uns allmählich dem wirklichen Erscheinungsbild der Erkrankung.“ Eine regelrechte Borreliose-Epidemie ist demnach nicht zu erwarten. Eher unwahrscheinlich ist auch ein Zusammenhang zwischen Borreliose und Klimawandel. Zwar breitet sich der Gemeine Holzbock immer weiter nach Norden aus, und seine Zahl nimmt zu. Das Infektionsrisiko steigt aber nicht automatisch mit der Temperatur, denn nach dem Winter 2006/2007, der recht mild ausfiel, stieg die Zahl der meldepflichtigen FSME-Infektionen keineswegs an, sondern sank um gut die Hälfte. Rainer Oehme, Molekularbiologe am Landesgesundheitsamt in Stuttgart, beruhigt: „ Nicht jeder Stich führt zu einer Übertragung. Und nicht jede Übertragung führt zu einer Erkrankung.“ Denn die Bakterien verstecken sich im Darm der Zecke und dringen von dort erst allmählich in den Menschen ein. In den ersten zwölf Stunden nach dem Stich werden nur ein bis fünf Prozent der Erreger übertragen. Erst wenn die Zecke länger als 24 Stunden gesaugt hat, ist das Infektionsrisiko erheblich erhöht. Und selbst danach hält meist das Immunsystem die Bakterien in Schach. Früh erkannt und mit Antibiotika behandelt, heilt die Borreliose in über 90 Prozent der Fälle ohne größere Schwierigkeiten wieder aus.

Was den Ärzten Kopfzerbrechen bereitet, ist die Diagnose: Die Krankheit ist alles andere als einfach zu erkennen. Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger bekam das im Frühjahr 2007 zu spüren: Sein linkes Knie schwoll aus zunächst ungeklärter Ursache an und zwang den Mittelfeldspieler zu einer dreimonatigen Pause. Dass diese Schwellung mit einer Lyme-Borreliose zusammenhing, kam erst nach einigen Wochen heraus, denn der Zeckenstich, der die Bakterien wahrscheinlich übertragen hatte, lag schon gute vier Jahre zurück.

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Doch nicht nur die lange Inkubationszeit erschwert die Diagnose. Verwirrend ist auch, dass viele Menschen Antikörper gegen die Borrelien in sich tragen, obwohl sie nie typische Beschwerden hatten. Übliche Bluttests auf Antikörper sagen also nichts darüber aus, ob eine akute Infektion vorliegt oder ob der Kontakt zu den Erregern schon länger her ist. „Was wir messen, ist das immunologische Gedächtnis“, bringt es Andreas Krause, Rheumatologe und Lyme-Borreliose-Spezialist am Immanuel-Krankenhaus in Berlin, auf den Punkt. Das heißt: Der Bluttest weist nur dann auf eine aktuelle Erkrankung hin, wenn der Patient auch die entsprechenden Symptome hat.

DIE KRANKHEIT IST EIN CHAMÄLEON

Zudem handelt es sich bei der Lyme-Borreliose um eine sogenannte Multisystem-Erkrankung. Die Bakterien verteilen sich im ganzen Körper und lösen sehr unterschiedliche Symptome aus (siehe Kasten „Gut zu wissen“): „Die Borreliose ist ein Chamäleon“ , sagt Poggensee. „Sie imitiert die Symptome anderer Krankheiten, die für die Diagnose einer Lyme-Borreliose ausgeschlossen werden müssen.“ Selten kann es wie bei Bastian Schweinsteiger noch Jahre nach dem Zeckenstich zu arthritisähnlichen Gelenkbeschwerden vor allem im Knie und im Ellbogen kommen. Doch wie sich inzwischen gezeigt hat, ist bei der Diagnose „chronische Lyme-Borreliose“ Vorsicht geboten. In Patientenforen im Internet äußern sich zwar viele angeblich Betroffene, aber bislang ist wissenschaftlich noch nicht geklärt, ob die Krankheit wirklich chronisch verlaufen kann. „Es gibt Patienten, die auch nach der Therapie mit Antibiotika noch über längere Zeit Beschwerden haben“, sagt Krause, „und es kann schon mal Wochen oder Monate dauern, bis der Patient sich wieder erholt. Das heißt aber nicht, dass die Infektion noch weiter besteht.“

Im Oktober 2007 veröffentlichte eine Wissenschaftlergruppe um den amerikanischen Rheumatologen Allen Steere, der seit den Siebzigerjahren die Lyme-Borreliose erforscht, im New England Journal of Medicine einen Artikel, in dem die Bezeichnung „ chronische Lyme-Borreliose“ verworfen wurde. Die Forscher sprachen stattdessen vom „Post-Lyme-Syndrom“, da bei manchen Patienten nach einer behandelten Lyme-Borreliose geschwollene Gelenke auftraten, ohne dass in deren Körper noch eine Infektion nachgewiesen werden konnte. Die Beschwerden versuchen die Forscher mit Autoimmunreaktionen zu erklären, die zwar wahrscheinlich von den Bakterien ausgelöst werden, jedoch auch nach ihrem Verschwinden noch weiter bestehen können.

Inzwischen warnen Forscher und Kliniker in Deutschland gleichermaßen vor einer vorschnellen Lyme-Diagnose. Helmut Eiffert, Infektiologe an der Universitätsklinik Göttingen, gibt zu bedenken: „Es sind sicher noch nicht alle Facetten der Lyme-Borreliose bekannt, aber sie wird zunehmend zu einem Sammelbecken für ungeklärte Krankheitsfälle.“ Damit spricht er ein Phänomen an, das Borreliose-Spezialisten in letzter Zeit häufig beobachten: „80 Prozent der Patienten, die ich in der Sprechstunde sehe, haben keine Lyme-Borreliose“, sagt Krause.

Doch das Problem bleibt: Wie kann man sich vor den Erregern schützen? Einen Impfstoff gab es vor einiger Zeit in den USA, doch er wurde wegen mangelnder Nachfrage wieder vom Markt genommen. „In Europa würde dieser Impfstoff nicht viel helfen, denn hier treten außer dem amerikanischen Borrelien-Stamm noch mehrere andere auf. Die Entwicklung eines Impfstoffs ist deshalb schwierig. Doch es gibt noch einen anderen Weg, die Bakterien zu bekämpfen: über ihre Wirte. Zwei Ansätze sind erfolgversprechend: Die Zeckenbekämpfung mit natürlichen Feinden und die Eindämmung des Lebensraums der Spinnentiere. Am ersten Projekt arbeiten Biologen der Universität Hohenheim bei Stuttgart in Kooperation mit dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg. Sie wollen den Zecken mit natürlichen Feinden zu Leibe rücken: der Zeckenerzwespe (Ixodiphagus hookeri), die ihre Eier in die Zecken legt, und einer Pilzart (Metarhizium anisopliae), die die Zecken befällt.

Die Wespe ist eine alte Bekannte der Forscher, wie Zoologe Johannes Steidle berichtet: „In den USA wurde schon in den Zwanzigerjahren in diese Richtung geforscht und in Russland Ende der Dreißigerjahre. Hier in Deutschland ist die Wespe wenig bekannt, einfach weil bisher niemand nach ihr gesucht hat.“ Seine Mitarbeiter wurden rasch fündig: zunächst in der Lüneburger Heide und später auch in anderen Regionen. Inzwischen ist das nur etwa einen Millimeter große Insekt auch direkt vor der Nase der Hohenheimer in freier Natur aufgetaucht. „Beim Einsammeln von Zecken hat meine Mitarbeiterin in der Nähe von Stuttgart welche entdeckt. Die Wespen scheinen im Prinzip dort zu leben, wo sie Nahrung finden, also wohl in ganz Deutschland.“ Steidles Mini-Wespen sind die einzigen Insekten, die als zeckenparasitierend bekannt sind. Die Wespenweibchen suchen nach Zeckennymphen, einem mittleren Entwicklungsstadium der Zecke (siehe Grafik „Von der Larve zur Zecke“), um in ihnen ihre Eier abzulegen. Erwachsene Zecken sind für sie nutzlos, Larven nicht ideal. Denn erst wenn sich die Nymphe vollgesaugt hat, entwickeln sich aus den Eiern bis zu 15 Wespen, die nach dem Tod der Zecke aus deren Körper schlüpfen. Eine Eindämmung des Zeckenproblems scheint also in greifbarer Nähe: Man müsste die Wespe lediglich im Labor züchten und sie anschließend in Gegenden ansiedeln, wo Zecke und Mensch einander gefährlich nahe kommen.

Doch Steidle betont, dass es noch viele Unwägbarkeiten gibt: „ Die Biologie dieser Wespen ist weitgehend unerforscht. Wir wissen zum Beispiel sehr wenig darüber, zu welchem Zeitpunkt sie verstärkt auftritt. Und es ist nicht klar, wie sie ihren Wirt findet, der ja genauso klein ist wie sie selbst.“ Die Forschung über das Zusammenspiel von Wespe und Zecke ist abhängig von den Lebensrhythmen der beiden Organismen. Schnelle Ergebnisse wie bei Untersuchungen im Reagenzglas sind daher nicht zu erwarten.

Besser klappt das bei den Pilzen, an denen Ute Mackenstedt mit ihrem Hohenheimer Team forscht. Denn die Pilze lassen sich im Vergleich zu den Wespen einfach vermehren. Sie befallen bevorzugt Zeckenlarven und -nymphen. Nachdem diese die Pilzsporen eingeatmet haben, durchziehen Pilzfäden allmählich den gesamten Zeckenkörper. Nach einiger Zeit durchbrechen die Fäden den Zeckenpanzer an den Gelenken – und die Zecke verschimmelt. „ Innerhalb von drei Wochen hatten wir eine Erfolgsquote von nahezu hundert Prozent: fast alle Larven und Nymphen waren tot“, schwärmt Mackenstedt. Die Pilzsporen könnten leicht in zeckenverseuchten Gebieten versprüht werden. Freilandversuche in Plastikwannen, die unter kontrollierten Bedingungen den typischen Lebensraum der Zecken imitieren, sind bereits in Gange.

WO KÜHE GRASEN, WEICHEN DIE ZECKEN

Einen etwas skurrilen Ansatz bei der Zeckenbekämpfung verfolgt das Forscher-Team um Franz-Rainer Matuschka an der Berliner Charité. Um den Übertragungsweg der Borrelien von den Mäusen bis zum Menschen zu unterbrechen (siehe Grafik „Von der Larve zur Zecke“), schlägt der Parasitologe vor, den typischen Lebensraum dieser Kleinsäuger und der Zecken mit Wanderherden von Schafen und Kühen zu beweiden. Diese sogenannte Zooprophylaxe hat den Vorteil, dass infizierte Zecken ihre Borrelien an die Wiederkäuer abgeben und so in Zukunft dem Menschen nicht mehr gefährlich werden können. Kühe werden mit den Bakterien sehr gut fertig, haben so gut wie nie Borreliose-Symptome, und ihr Fleisch ist für den Verzehr unbedenklich. Vor allem in Gegenden, die früher landwirtschaftlich genutzt wurden und nun seit einigen Jahren brach liegen, soll diese vorbeugende Maßnahme angewandt werden.

In Freilandversuchen wollen Matuschkas Mitarbeiter Streuobstwiesen und Waldränder im Hohenlohischen und auf der Schwäbischen Alb weitgehend von Zecken befreien. Die Methode an sich ist nicht neu, denn bereits seit etwa zehn Jahren grasen Schafe und Kühe wieder verstärkt auf Obstwiesen und an Waldrändern. Das geschieht hauptsächlich zum Landschaftsschutz, um die Kulturlandschaft offen zu halten. Nun will man weitere Vorteile der Beweidung nutzen: Wo Kühe und Schafe grasen, gibt es weniger Nagetiere, die das Bakterium in sich tragen. Auch das Mikroklima am Boden ändert sich: Die Krautschicht, die vorher den Zecken Schatten und Feuchtigkeit spendete, verschwindet – und damit auch die Zecken.

Die grasenden Tiere stören Wanderer nicht, und auch Naturschützer haben nichts zu befürchten, sofern die Beweidung sinnvoll erfolgt. Andre Baumann vom Naturschutzbund Baden-Württemberg sieht keine Probleme: „Sofern man den Zeitpunkt der Beweidung richtig wählt und sich gut überlegt, welche Tierarten zum Einsatz kommen, kann das ein Gewinn für beide Seiten sein – für den Naturschutz genauso wie für die Zeckenbekämpfung.“ ■

LISA PETER, ehemalige bdw-Praktikantin, achtet jetzt bei der Gartenarbeit noch mehr auf unliebsame Gäste.

von Lisa Peter

Gut zu wissen: Borreliose

· Die Lyme-Borreliose ist die am häufigsten durch Zecken übertragene Krankheit. Die Bakterien, die diese tückische Infektion verursachen, gibt es überall, wo Zecken leben.

· Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg schätzt den Anteil der mit Borrelien verseuchten Zecken in Südwestdeutschland auf 15 bis 20 Prozent, örtlich sogar auf bis zu 40 Prozent. In den norddeutschen Bundesländern sind nur halb so viele Zecken infektiös.

· Das Robert-Koch-Institut geht von jährlich etwa 60 000 Neuerkrankungen aus. Davon sind die meisten ohne Komplikationen mit Antibiotika zu behandeln.

· Zu den typischen Symptomen der Lyme-Borreliose gehören eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle herum, Gelenkschmerzen sowie Herzrasen, Entzündungen des Nervensystems oder eine halbseitige Gesichtslähmung, vor allem bei Kindern.

· Zum Problem wird die Lyme-Borreliose erst, wenn sie nicht bei den ersten Symptomen erkannt und behandelt wird: Dann kann es zu langwierigen Gelenkbeschwerden kommen oder zu einer Hautveränderung, bei der die Haut dünn und faltig wie Pergamentpapier wird.

· Für die Diagnose der Lyme-Borreliose gibt es keinen eindeutigen Labor-Test. Der Arzt muss die Werte der Borrelien- Antikörper im Blut im Zusammenhang mit den Symptomen interpretieren, denn viele Menschen haben Abwehrkörper gegen die Borrelien, ohne akut erkrankt zu sein.

Von der Larve zur Zecke

Zecken entwickeln sich in mehreren Stadien: Aus den Eiern schlüpfen zunächst die winzigen sechsbeinigen Larven, die weniger als einen Millimeter groß sind (1). Am Waldboden warten sie auf ihren ersten Wirt, in der Regel eine Maus oder ein anderes kleines Säugetier (2). Zu diesem Zeitpunkt nehmen die Zecken die Borrelien auf, die sich hauptsächlich in Mäusen vermehren. Nach der Blutmahlzeit häutet sich die Larve zur achtbeinigen Nymphe (3) und sucht sich den nächsten Wirt, indem sie auf einen Grashalm oder niedere Büsche klettert (4) und sich von einem Tier – oder einem Menschen – abstreifen lässt (5). Hat sie sich vollgesaugt, folgt die Wandlung zum dritten Stadium: der erwachsenen Zecke (6). Vor allem die Weibchen machen sich erneut auf Wirtssuche, um sich vor der Eiablage mit Blut vollzusaugen (7, 8 und 9).

Zecken – was tun?

Wer sich gern draußen aufhält, kann den Kontakt zu infizierten Zecken nicht sicher vermeiden, zumal die Blutsauger auch im eigenen Garten und im Stadtgebiet lauern können. Rainer Oehme vom Landesgesundheitsamt Stuttgart rät: „Wenn man unterwegs ist, sollte man sich entsprechend kleiden: geschlossene Schuhe und helle, lange Hosen, auf denen man die Zecken gut sieht. Nach dem Spaziergang sollte man sich zügig absuchen.“ Und gegebenenfalls die Zecke rasch mit einer Pinzette entfernen.

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Jochen Süss Zecken Was man über FSME und Borreliose wissen muss Hugendubel, München 2007, € 14,95

Ute Fischer, Bernhard Siegmund Borreliose – Zeckeninfektion mit Tarnkappe Hirzel, Stuttgart 2007, € 18,–

INTERNET

Borreliose-Informationen des Max-von- Pettenkofer-Zentrums München: pollux.mpk.med.uni-muenchen.de/ alpha1/nrz-borrelia/nrz-borrelia.html

Leitlinie zur Neuroborreliose der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: www.dgn.org/fileadmin/leitl05/ Neuroborreliose.pdf

Zecken-Informationen der Firma Baxter Deutschland GmbH: www.zecken.de

Kompakt

· Borreliose ist schwer zu diagnostizieren, aber gut zu therapieren. Mit Antibiotika behandelt, heilt sie meist völlig aus.

· Viele Menschen, die glauben, sie hätten eine chronische Borreliose, sind in Wahrheit nicht daran erkrankt.

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