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Darf's noch ein Tässchen sein?

Kaffee-und Teetrinker dürfen bedenkenlos ihrer Leidenschaft frönen. Eine Langzeitstudie niederländischer Wissenschaftler mit 37.514 Teilnehmern belegt, dass ein hoher Tee- und ein moderater Kaffeekonsum nicht ursächlich mit Schlaganfall oder Herzkrankheiten mit tödlichem Ausgang in Verbindung zu bringen sind. Die Untersuchung bestätigt zudem die gesundheitsfördernde Wirkung der beiden beliebtesten Warmgetränke. Dass der Gesundheitszustand von Tee-Fans grundsätzlich besser ist, liegt am Konsumverhalten der Kaffeetrinker, die oft rauchen und sich weniger gesund ernähren.

„Frühere Studien haben gezeigt, dass Kaffee und Tee die Gefahr von Herzkrankheiten zu reduzieren scheinen. Aber es wurde nicht schlüssig belegt, dass auch weniger Risiken bestehen in Hinblick auf Gehirnschlag und den Tod durch Herzkrankheiten“, erklärt Van der Schouw. Um den Kaffee- und Teetrinkern diese Angst zu nehmen, analysierte das Wissenschaftlerteam über 13 Jahre das Auftreten von Herzkreislauf-Krankheiten bei 37.514 Niederländern im Alter zwischen 20 bis 69 Jahren. Von diesen starben 1405 im Untersuchungszeitraum, davon 563 an Schlaganfall und 1387 an allgemeinen Herzkrankheiten. Intensiv wurden die Studienteilnehmer über ihren Kaffee- und Teekonsum befragt, wobei unter den Tee-Anhängern Schwarztee mit 78 Prozent die erste Wahl war. Aufgeteilt wurden die Probanden nach ihrem Tageskonsum in sechs Gruppen, angefangen bei weniger als einer Tasse bis zu über sechs Tassen. Berücksichtigt wurden für die Analyse über 20 Gesundheitskriterien.

Wer gerne Tee trinkt, der sollte das nach den Studienergebnissen ohne jede Zurückhaltung machen: Bei den Teilnehmern, die über sechs Tassen pro Tag konsumierten, war ein um 36 Prozent reduziertes Risiko von Herzkrankheiten festzustellen im Vergleich zu den Probanden, die nur eine Tasse oder weniger tranken. Noch geringer ist bei den Vieltrinkern die Wahrscheinlichkeit einer tödlichen Herzerkrankung: Das Risiko war sogar um 45 Prozent niedriger als das der Versuchsteilnehmer, die maximal eine Tasse tranken. Auch der moderate Kaffeegenuss, also zwei bis vier Tassen pro Tag, wirkt nach der Statistik tödlichen Herzleiden entgegen, allerdings weniger deutlich als beim Teetrinken. Die Gefahr des Auftretens einer Herzkrankheit reduzierte sich bei dem gemäßigten Kaffeekonsum um 20 Prozent im Vergleich zu den Studienteilnehmern, die weniger als zwei oder mehr als vier Tassen täglich leerten. Dass Kaffeekonsum ab vier Tassen kritische Folgen haben kann, erklären die Wissenschaftler nicht mit den Inhaltsstoffen: Kaffeetrinker achten nach der Statistik generell weniger auf ihre Gesundheit.

„Unsere Ergebnisse belegen, dass die Vorteile des Kaffee- und Teetrinkens wirken, ohne ein höheres Todesrisiko auszulösen“, zieht Van der Schouw ein Fazit. Für die positive Wirkung von Tee und Kaffee verweisen die Wissenschaftler auf die darin enthaltenen Oxidationshemmer: Die Antioxidantien fangen freie Radikale ab, also kurzlebige Molekülfragmente im Körper, die als Ursache des Alterungsprozesses gelten.

Als Nebenergebnis der Untersuchung stellten die Wissenschaftler grundsätzliche Unterschiede zwischen dem Gesundheitszustand von Tee- und Kaffeetrinkern fest: Bei den Personen mit einem hohen Kaffeekonsum war ? im Vergleich zu den heftigen Teetrinkern ? das Bildungsniveau niedriger, es gab mehr Diabetes-Patienten und Raucher, der Hüftumfang war größer und der Cholesterinspiegel war höher.

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Yvonne T. van der Schouw (UMC Utrecht) et al.: Arteriosclerosis, Thrombosis, and Vascular Biology: Journal of the American Heart Association, doi: 10.1161/ATVBAHA.109.201939 ddp/wissenschaft.de ? Rochus Rademacher
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