Das Anti-Karies-Nasenspray - wissenschaft.de
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Das Anti-Karies-Nasenspray

Amerikanische Forscher wollen in Zukunft Kinder mit einem Nasenspray gegen Zahnkaries impfen. Diese Impfung soll die Schleimhäute zur Produktion von Antikörpern anregen, welche die Vermehrung der kariesverursachenden Bakterien vom Typ Streptococcus verhindern. Um einen möglichst großen Erfolg zu erzielen, sollten Kleinkinder im Alter von ungefähr zwölf Monaten behandelt werden, schreiben Martin Taubman und Daniel Smith.

Zahnkaries ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich durch das Bakterium Streptococcus mutans verursacht wird. Die Mikroorganismen siedeln sich im Zahnbelag an und produzieren aus Zucker Säuren, die den Zahn angreifen. In den Industrieländern leiden laut einem Bericht der WHO 60 bis 90 Prozent der Schulkinder und die meisten Erwachsenen an Karies. Doch auch in den Entwicklungsländern nimmt die Häufigkeit von Karies rasant zu. Besonders stark beeinträchtigt durch die Zahnkrankheit sind die Kinder der ärmsten Länder der Welt. Sie leiden aufgrund der vereiterten und faulen Zähne unter chronischen Schmerzen und werden oft stigmatisiert.

Wissenschaftler arbeiten daher intensiv an einer Impfung gegen Karies. Taubman und Smith sind dabei nun einen großen Schritt weitergekommen: Sie identifizierten wichtige Bestandteil der Streptokokken, die beim Menschen eine Immunantwort auslösen. Erste Impfversuche an Tieren verliefen erfolgreich. Nun wollen die Forscher mithilfe einer Impfung über die Schleimhaut auch beim Menschen die Produktion von Antikörpern anregen. Diese Abwehrproteine sollen die Schlüsseleiweiße hemmen, die die Bakterien für ihre Vermehrung benötigen.

Taubman und Smith vermuten, der größte Erfolg werde mit der Impfung von etwa einjährigen Kindern erzielt, deren Zähne bereits hervorguckten, aber noch nicht von Streptokokken besiedelt seien. „Zu diesem Zeitpunkt ist das Immunsystem der Kinder genügend entwickelt, um Antikörper zu produzieren, welche die Vermehrung von Streptococcus mutans und damit auch die Produktion der zerstörerischen Säuren verhindern“, erklärt Taubman. Denn hätten sich die Bakterien erst einmal auf den Zähnen angesammelt, würden zwar Antikörper gebildet, diese könnten jedoch das Faulen der Zähne nicht aufhalten. Die neue Impfung soll in Form eines Nasensprays verabreicht werden. So werde einerseits das Lymphgewebe bestmöglich stimuliert, wodurch Antikörper beispielsweise in den Speichel abgegeben werden. Andererseits sei ein Nasenspray bei Kleinkindern einfach anzuwenden, schreiben die Forscher.

Martin Taubman (Forsyth-Institut, Boston) et al.: Nature Reviews Immunology, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1038/nri1857 ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi
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