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Das Geheimnis der Flower-Power

Blumen existieren heute in so vielen Formen und Farben, weil sie während ihrer Entwicklung Schützenhilfe von unerwarteter Seite bekamen: Die Blüten gefielen nicht nur wie beabsichtigt Insekten und Vögeln, sondern auch dem Menschen ? und zwar so gut, dass er bereits vor mehr als 5.000 Jahren begann, gezielt blühende Pflanzen zu kultivieren. Damit wurde die Schönheit der Blüten und ihre emotionale Wirkung auf den Menschen zu einem deutlichen Selektionsvorteil, schließen amerikanische Forscher aus den Ergebnissen einer Studie, in der sie die Wirkung von Blumen auf knapp 400 Freiwillige untersuchten.

Ursprünglich sollten die Blüten lediglich Bestäuber anlocken und so die Vermehrung der Pflanze sicherstellen. Vom Standpunkt der Evolution aus betrachtet war nach Ansicht von der Forscher um Terry McGuire von der Rutgers-Universität in New Brunswick jedoch der emotionale Effekt auf den Menschen von entscheidenderer Bedeutung: Die bunten Blüten weckten positive Gefühle. Auf diese Weise entgingen die schönsten blühenden Pflanzen der Zerstörung, als die ersten Bauern ihr Land für den Ackerbau rodeten, vermuten die Wissenschaftler. „Blumen machen uns glücklich. Und weil sie eine Quelle der Freude sind, kümmern wir uns um sie. Sie sind also sozusagen die Schoßhündchen der Pflanzenwelt“, erklärt McGuire die These.

Um diese Theorie zu testen, untersuchten die Forscher die Wirkung von Blumen in drei Gruppen von Freiwilligen. In der ersten Gruppe bekam ein Teil der Teilnehmerinnen einen Blumenstrauß geschenkt, während die anderen einen Obstkorb oder eine hübsche Kerze erhielten. Das Ergebnis: Nur auf die Blumen reagierten alle Beschenkten spontan mit einem Lächeln.

Ähnliches galt auch für die zweite Testgruppe, berichten die Wissenschaftler. In diesem Fall bekam jeder, der einen Aufzug betrat, entweder einen Stift oder eine Blume. Wieder waren die Blumen die emotionalen Gewinner: Sie brachten die Beschenkten nicht nur zum Lächeln, sondern veranlassten sie auch dazu, sich mehr mit den Anderen im Raum zu unterhalten. In der dritten Gruppe, die aus Männern und Frauen in einem Seniorenheim bestand, konnten die Wissenschaftler außerdem nachweisen, dass Blumen die Gedächtnisleistung verbessern können.

Nach Ansicht von McGuire wurde die Wirkung der Blüten im Miteinander von Pflanzen und Menschen bislang völlig unterschätzt ? möglicherweise deshalb, weil ihre Schönheit so offensichtlich ist. Allerdings hat die evolutionäre Prägung der Blütenformen und -farben durch den Menschen auch einen eher unerwünschten Nebeneffekt: Viele kultivierte Blumen wirken auf ihre ursprüngliche Zielgruppe, die Insekten, überhaupt nicht mehr anziehend. Daher liege nun die Aufgabe, für die Arterhaltung zu sorgen, beim Menschen, so McGuire.

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Mitteilung der Rutgers-Universität, New Brunswick

ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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