Das Halle-Berry-Neuron - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Gesundheit+Medizin Umwelt+Natur

Das Halle-Berry-Neuron

Bilder von Brad Pitt regen im Hirn andere Nerven an als ein Porträt von Julia Roberts. Das hat ein britisch-amerikanisches Forschungsteam gezeigt. Dabei sind die jeweiligen Neuronen auf ein bestimmtes Gesicht spezialisiert und nur dann aktiv, wenn dieses Gesicht alleine auf einem Bild zu sehen ist. Doch auch der Schriftzug des Namens der abgebildeten Person vermag die dafür zuständigen Nerven zu stimulieren.

Die Wissenschaftler untersuchten für ihre Studie acht Epilepsiepatienten, denen im Verlauf ihrer Behandlung Tiefenelektroden ins Gehirn implantiert worden waren. Von besonderem Interesse für die Forscher waren dabei die Nervenströme in vier Regionen des Limbischen Systems, das der Verarbeitung von Emotionen und der Entstehung von Triebverhalten dient. Dazu zeigten die Wissenschaftler den Patienten verschiedene Bilder von berühmten Personen, Tieren, Objekten und Gebäuden. Das Ergebnis: Bei einem Patienten reagierte ein bestimmtes Neuron auf alle Bilder der Schauspielerin Jennifer Aniston ? aber nur, wenn diese alleine abgebildet war. Wurde dem Patienten ein Bild von Jennifer Aniston und dem Schauspieler Brad Pitt gezeigt, konnten die Forscher keine Reaktion in dieser Nervenzelle feststellen. Zudem wurde das Neuron auch nicht durch Bilder anderer Persönlichkeiten, Gebäude, Tiere oder Objekte angeregt.

In einem anderen Experiment wurden einem Patienten Bilder der Schauspielerin Halle Berry gezeigt, woraufhin ebenfalls ein bestimmtes Neuron reagierte. Dieses wurde auch dann angeregt, wenn Halle Berry als Catwoman verkleidet war ? eine Rolle, die sie in einem Film gespielt hatte. Bilder von anderen Frauen als Catwoman jedoch aktivierten das Neuron nicht, stellten die Forscher fest. Das Neuron reagierte dafür aber bereits dann, wenn der Patient den Schriftzug „Halle Berry“ las.

Von 132 untersuchten Neuronen zeigten 51 eine Beständigkeit gegenüber einer bestimmten Person beziehungsweise einem bestimmten Tier, Gebäude oder Objekt. Diese Ergebnisse lassen auf einen beständigen und klar definierten Code schließen, der für die Übertragung von komplexen visuellen Empfindungen in das Langzeitgedächtnis wichtig ist, schreiben die Forscher.

Rodrigo Quian Quiroga ( California Institute of Technology) et al.: Nature, Bd. 435, S. 1102

Anzeige

ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Ca|shew|nuss  〈[kæu:–] od. [kæu–] f. 7u; Bot.〉 Frucht des brasilian. Baumes Anacardium occidentale; Sy Elefantenlaus ... mehr

Tex|til|che|mie  〈[–çe–] f.; –; unz.〉 Zweig der Chemie, der sich mit Herstellung u. Behandlung von Textilerzeugnissen beschäftigt

Ti|tel|rol|le  〈f. 19; Theat.〉 Rolle (meist die Hauptrolle), deren Name mit dem Titel des Schauspiels übereinstimmt, z. B. Don Carlos, Iphigenie; Sy Titelpart ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige