Das ultimative Anti-Aging-Mittel - wissenschaft.de
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Das ultimative Anti-Aging-Mittel

Sport scheint tatsächlich ein äußerst effektives Anti-Aging-Mittel zu sein: Selbst Mäuse, die aufgrund einer genetischen Veränderung zum vorzeitigen Altern neigen, bleiben bei regelmäßiger Bewegung vital und fit, hat ein US-Forscherteam gezeigt. Rannten die Tiere dreimal die Woche 45 Minuten im Laufrad, blieben sie aktiver, sahen jünger aus und lebten sogar länger als ihre untrainierten Artgenossen. Der Effekt war so stark, dass sich die Alterungsgeschwindigkeit der gentechnisch veränderten Tiere praktisch nicht mehr von der unveränderter Mäuse unterschied. Diese Ergebnisse lassen sich den Wissenschaftlern zufolge auch auf den Menschen übertragen, denn die Bewegung verstärkt offenbar die Reparaturkapazitäten in den Zellkraftwerken, den Mitochondrien. Deren Leistungsverlust gilt auch beim Menschen als Schlüsselfaktor beim Altern, schreibt das Team um Mark Tarnopolsky.

Die Versuchstiere der Studie entstammten einer Zuchtlinie mit einer genetischen Veränderung in ihren Mitochondrien. Diese Zellkraftwerke erzeugen Energie für die Lebensprozesse und besitzen für diese Funktion eigenes Erbgut, unabhängig vom Zellkern. Dadurch spielen sie eine zentrale Rolle beim Altern: Die lebenslange Anhäufung von Mutationen in der mitochondrialen Erbsubstanz führt zu Fehlfunktionen und damit zu einer Energiekrise. Dadurch schwindet laut der aktuellen Theorie zum Altern die Leistungskraft der Gewebe und Organe. Bei den Versuchstieren der Studie verstärkte die genetische Veränderung diesen Alterungseffekt noch: Ihnen fehlte die Funktion eines Genes, das Reparaturfunktionen in den Mitochondrien steuert. Dadurch alterten die Tiere im Vergleich zu normalen Mäusen früher.

Das galt allerdings nur, wenn sie keine regelmäßige Bewegung hatten, zeigt die Studie des Teams: Die unsportlichen Gentech-Mäuse wurden träge, ihr Fell lichtete sich und ergraute, sie verloren ihre Fruchtbarkeit und hatten nur wenig Kontakt zu anderen Tieren. Ihre aktiven Artgenossen unterschieden sich dagegen weder im Aussehen noch im Verhalten von genetisch unveränderten Mäusen – die Bewegung konnte demnach den Effekt der genetischen Veränderung nahezu vollständig kompensieren.

Diese Wirkung lasse sich nicht durch Pillen oder ähnliches erzielen, sagen die Forscher, denn das Training verbesserte den Zustand der Mitochondrien im gesamten Körper: Die Kraftwerke bei den sportlichen Mäusen waren deutlich weniger von Alterungserscheinungen oder Schäden betroffen als bei den Vergleichstieren. Die genaue Ursache für diesen positiven Effekt bleibt allerdings noch unklar. Die Forscher vermuten aber, dass die Bewegung zusätzliche Schutzmechanismen in den Mitochondrien aktiviert. Was für die Maus gelte, gelte dabei auch für den Menschen, betonen sie: Bewegung sei vor allem anderen das, was man gemeinhin unter einem echten Jungbrunnen verstehe.

Mark Tarnopolsky (McMaster University, Hamilton, Kanada) et al: PNAS, doi: 10.1073/pnas.1019581108 dapd/wissenschaft. de – Martin Vieweg
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