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DDT kann Frühgeburten auslösen

Der Kontakt mit DDE, einem Abbauprodukt des Insektenvernichtungsmittels DDT, kann bei Frauen eine Frühgeburt auslösen. Dies berichten US-Wissenschaftler nach der Auswertung von 40 Jahre alten Blutproben im Fachmagazin The Lancet (Volume 358, Number 9276, 14 July 2001).

In ihrer Studie untersuchten Matthew Longnecker und sein Team vom National Institute of Environmental Health Sciences (NIEHS) 2.380 konservierte Blutproben von schwangeren Frauen, deren Kinder zwischen 1959 und 1966 in den USA geboren worden waren.

361 Kinder waren vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen. 221 waren bei der Geburt untergewichtig. Im Blut ihrer Mütter fanden die Forscher einen durchschnittlicher DDE-Gehalt von 25 Mikrogramm pro Liter, der ein Vielfaches über den heute gemessenen Werten liegt. „Vor einigen Jahrzehnten hatten wir offensichtlich eine Epidemie von Frühgeburten, die jetzt erst entdeckt wird“, sagt Longnecker. „Die DDT-Konzentrationen sind bei uns inzwischen niedrig, wir sollten aber um die 25 Länder besorgt sein, in denen DDT noch immer zum Einsatz kommt“, warnt der Forscher.

Frühgeburten seien eine wesentliche Ursache für Kindersterblichkeit. Eventuelle Gesundheitsrisiken sollten bei der Abwägung zwischen Kosten und Nutzen eines DDT-Einsatzes künftig Berücksichtigung finden, fordert Longnecker. Andere Mittel zur Malariabekämpfung seien zwar teurer, dafür aber weniger toxisch und leichter abbaubar.

DDT ist in Deutschland und den USA seit den 70er Jahren verboten, wird aber in Entwicklungsländern nach wie vor zur Bekämpfung der Malaria eingesetzt. Im Zeitraum von 1940 bis 1972 wurden nach Schätzungen zwei Millionen Tonnen DDT in die Umwelt verbracht, davon etwa 80 Prozent in der Landwirtschaft.

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Mehr zum Thema DDT finden Sie im bdw-Newsticker-Archiv.

Almut Bruschke-Reimer
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