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Delfine mit Drehwurm

Dösende Delfine schwimmen auf der Nordhalbkugel in Kreisen gegen den Uhrzeigersinn. Im Süden ziehen sie hingegen ihre Kreise mit dem Uhrzeigersinn. Das behaupten Forscher aus Südafrika. Möglicherweise könnten die Tiere durch die Erddrehung hervorgerufene Kräfte spüren, spekulieren Paul Manger von der Universität Witwatersrand in Johannesburg und seine Kollegin Guinevere Stafne. Das berichtet der Online-Dienst des Wissenschaftsmagazins Nature.

Warum dieser Unterschied zwischen den Hemisphären besteht, können die Forscher bislang nicht genau erklären. Nicht nur in Gefangenschaft lebende Delfine, sondern auch wilde Exemplare schwimmen während des Schlafs im Kreis. Sie schlafen immer nur mit einer Hälfte des Gehirns und können so auch im Halbschlaf noch schwimmen. Bislang ist beobachtet worden, dass die Meerestiere dabei bevorzugt links herum schwimmen. Ein Grund dafür könnte die Anatomie der Tiere sein, etwa eine Asymmetrie im Gehirn, spekulieren Experten.

Diese Ursache schließt Manger nach seinen Untersuchungen aus. Dem aus Schweden stammenden Delfinforscher war aufgefallen, das alle Berichte über im Schlaf gegen den Uhrzeigersinn schwimmenden Delfinen von der Nordhalbkugel kommen. Nach seinem Wechsel an die südafrikanische Universität beobachtete er vier Nächte lang die Tiere in einem Delfinarium. Dabei stellte er fest, dass die südafrikanischen Meeressäuger in mehr als achtzig Prozent der Zeit mit dem Uhrzeigersinn schwimmen. Das Verhalten werde möglicherweise durch globale Kräfte hervorgerufen, nimmt Manger an.

Andere Delfinforscher äußern sich skeptisch zu der Behauptung von Manger. Es könnte zahlreiche Gründe für diese Beobachtung geben, angefangen von der Gruppengröße bis zur Form des Beckens, gibt Dawn Goley von der Humboldt State University im kalifornischen Arcata zu bedenken. Andrew Read von der Duke University in Beaufort sagt, er würde sich erst überzeugen lassen, wenn Delfine nach dem Transport von einer Hemisphäre zur anderen beobachtet worden wären.

Dass die Tiere im Schlaf überhaupt im Kreis schwimmen, könnte nach Meinung des Wissenschaftlers helfen, die Gruppe zusammenzuhalten. Wenn sie wach sind, kommunizieren sie über Pfeiftöne. Während des Schlafens wollen sie aber keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wenn sie alle gelernt haben oder genetisch darauf programmiert sind, in der selben Richtung zu kreisen, können sie auch leise beisammen bleiben. Manger kann mit dieser Theorie allerdings nicht erklären, warum die Hemisphäre die Richtungswahl beeinflussen sollte.

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