Dem Zelltod ein Schnippchen schlagen - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Dem Zelltod ein Schnippchen schlagen

Körperzellen, die an der Schwelle des Todes stehen, können unter bestimmten Umständen doch noch überleben. Eine gezielte Beeinflussung dieser Prozesse könnte neue Therapieoptionen bei Nervenkrankheiten, Schlaganfällen oder Krebs eröffnen.

In einem gesunden Organismus besteht während des gesamten Lebens ein Gleichgewicht zwischen der Neuentstehung von Zellen und der Apoptose, dem programmierten Zelltod. Tote Zellen werden normalerweise von den Nachbarzellen „aufgefressen“. Bisher war man der Meinung, dieses Auffressen sei nichts weiter als ein Art Müllbeseitigung. Dem scheint nicht so zu sein, wie Daniel Höppner und Michael Hengartner vom Cold Spring Harbor Laboratory im US-Bundesstaat New York sowie Ralf Schnabel vom Institut für Genetik in Braunschweig in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Nature schreiben. Denn aus dem scheinbaren Müll können wieder vollständig funktionstüchtige Zellen hervorgehen.

Die drei Forscher hatten bei Fadenwürmern die verschiedenen Stadien des programmierten Zelltodes studiert. Blockierten sie das Auffressen und war das genetische Signal für den programmierten Zelltod künstlich abgeschwächt worden, entkamen bis zu 20 Prozent der Zellen dem sicheren Tod. 40 Prozent der Zellen überlebten sogar ohne jemals typische Zeichen des Todes gezeigt zu haben. Mit anderen Worten: Wenn der Auffress-Mechanismus behindert wurde, überlebten die Zellen, die ansonsten auf jeden Fall gestorben wären.

Krankheiten, bei denen zum Beispiel Nervenzellen absterben wie nach einem Schlaganfall oder bei der Parkinson?schen Krankheit, könnten durch gezielte Blockierung des Auffress-Mechanismus günstig beeinflusst werden, vermuten die Forscher.

Dr. Thomas Meißner
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