Der Duft des Glücks - wissenschaft.de
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Der Duft des Glücks

Auf der Suche nach dem ultimativen Glücksparfüm sind britische Forscher ein gutes Stück vorangekommen: Sie haben einige Duftstoffe identifiziert, die bei Menschen aus unterschiedlichen Kulturen positive Gefühle auslösen. Bislang waren Wissenschaftler der Ansicht, die Reaktion auf einen Geruch werde praktisch ausschließlich von dem Umfeld geprägt, in dem ein Mensch aufgewachsen ist. Anhand von Messungen der Gehirnströme konnte das Team um Anne Churchill und John Behan vom Parfümerieprodukthersteller Quest International nun jedoch nachweisen, dass süße und moschusartige Düfte auf alle getesteten Probanden gleich entspannend wirkten.

Die Emotionen, die ein Geruch auslöst, können von Kultur zu Kultur sehr unterschiedlich sein. So verbindet beispielsweise ein Brite den Duft von Chrysanthemen mit romantischen Gefühlen, während er bei einem Franzosen Assoziationen mit Tod und Friedhöfen weckt. Seit einigen Jahren mehren sich jedoch die Hinweise darauf, dass es neben den kulturell erlernten auch angeborene Reaktionen auf Düfte gibt ? allerdings hauptsächlich bei Gerüchen, die negative Emotionen wie Angst oder Ekel auslösen.

Um nun zu testen, ob es auch angeborene Reaktionen auf angenehme Gerüche gibt, ließen Churchill und ihre Kollegen knapp dreißig Probanden an fünfzig verschiedenen Düften schnuppern und zeichneten gleichzeitig ihre Gehirnströme auf. Die Testteilnehmer stammten dabei aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Japan. Die Auswertung zeigte den Wissenschaftlern zweierlei: Zum einen rief ein und derselbe Duftstoff selbst bei Probanden mit gleicher Herkunft zum Teil sehr unterschiedliche Hirnreaktion hervor ? sogar dann, wenn die Teilnehmer die Wirkung des Dufts gleich beschrieben. Das zeige, dass die Reaktion auf Gerüche nicht nur von der Kultur abhänge, sondern auch von den individuellen Erfahrungen, schließt Churchill aus diesem Ergebnis.

Andererseits entdeckten die Wissenschaftler bei ihren Tests auch Düfte, die bei allen Probanden exakt die gleiche, entspannende Wirkung hervorriefen. Diese Reaktion müsse demnach angeboren sein, so die Forscher. John Behan glaubt sogar, eine Erklärung für diesen Effekt zu haben: Die hauptsächlich süßen und moschusartigen Düfte erinnern seiner Ansicht nach an den Geruch der Muttermilch und vermitteln deswegen ein derartig entspanntes Gefühl. Um welche Duftstoffe es sich dabei genau handelt, verraten die Forscher jedoch nicht.

New Scientist, 21.Oktober 2006, S. 14 ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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