Der erste epileptische Anfall bei Kindern: Kein zwingender Grund für eine medikamentöse Behandlung - wissenschaft.de
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Der erste epileptische Anfall bei Kindern: Kein zwingender Grund für eine medikamentöse Behandlung

Ein einziger epileptischer Anfall bei Kindern ist noch kein Grund für eine Behandlung mit Medikamenten. Das schreiben amerikanische Neurologen in der Fachzeitschrift Neurology (Bd. 60, S. 166). (28. Januar). Untersuchungen legen nämlich nahe, dass eine dauerhafte Behandlung mit Antiepileptika schädlicher sein könnte als das erneute Auftreten epileptischer Anfälle.

Wie die Untersuchungen der Neurologen um Deborah Hirtz vom Nationalen Institut für neurologische Störungen in Bethesda (USA) zeigen, erleben 25.000 bis 40.000 Kinder in den USA jedes Jahr erstmals einen epileptischen Anfall. Bisher war es gängige Praxis, „spontane“, also nicht durch Kopfverletzungen oder andere bekannte Gründe ausgelöste epileptische Anfälle routinemäßig mit Medikamenten zu behandeln.

Von Epilepsie wird jedoch erst dann gesprochen, wenn zwei oder mehr Anfälle aufgetreten sind. Dies sei nur bei ein Prozent der amerikanischen Kinder der Fall, schreiben Hirtz und ihre Kollegen. Die tägliche Einnahme von Antiepileptika könne sich sowohl auf die Gesundheit als auch auf die Entwicklung der Kinder negativ auswirken. Daher müssten Vorteile und Risiken der Medikation in jedem einzelnen Fall genau abgewogen werden, empfehlen die Neurologen in ihrer neuen Richtlinie der Amerikanischen Akademie für Neurologie. Für diese Entscheidung sei eine genaue neurologische Untersuchung der Kinder erforderlich.

Für Europa sehen die Zahlen für Epilepsie bei Kindern und Jugendlichen ähnlich aus: Zwar erleben fünf Prozent der unter 20-Jährigen einen epileptischen Anfall, aber nur bei ein Viertel davon hat tatsächlich eine Epilepsie.

ddp/ bdw – Christine Amrhein
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