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Der lange Atem der Pinguine

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Der Kaiserpinguin (Aptenodytes forsteri) ist die größte und schwerste Pinguinart. Bild: J. Landis, U.S. National Science Foundation
Pinguine gehen beim Tauchen ans Limit: Kurz vor dem Auftauchen haben sie nahezu ihre kompletten Sauerstoffreserven aufgebraucht. Die Sauerstoffwerte im Blut sind dann geringer als der Schwellenwert, bei dem ein Mensch bewusstlos wird. Das haben kalifornische Wissenschaftler bei Untersuchungen an Kaiserpinguinen herausgefunden.

Um die Sauerstoffwerte im Blut messen zu können, legten die Forscher den Tieren Venen- oder Arterienkatheter, wie sie auch in der Anästhesie eingesetzt werden. Anschließend wurden die Pinguine an einem isolierten Tauchloch zum Jagen freigelassen. So konnten die Wissenschaftler auch die Tiefe und Dauer der Tauchgänge untersuchen.

Mit einem einzigen Atemzug waren die Tiere mehr als sechs Minuten unterwegs und erreichten Tauchtiefen von bis zu 150 Metern. Bei ihrer Rückkehr zur Oberfläche hatten sie außergewöhnlich wenig Sauerstoff im Blut. Die gefundenen Werte lagen sogar unter den Werten, bei denen bei Pekingenten ein Herz-Kreislauf-Versagen ausgelöst wird und sind auch niedriger als die Werte bei Streifengänsen, die sich in einer Flughöhe von 11.600 Metern aufhalten.

Warum die Kaiserpinguine einen solch langen Atem haben, ist nicht genau bekannt. Eine wichtige Rolle könnte das Hämoglobin im Blut der Pinguine spielen, vermuten die Forscher. Anders als bei den meisten anderen Vögeln hat das Hämoglobin hier besondere Transporteigenschaften ? es bindet den Sauerstoff schon bei viel geringeren Konzentrationen, so dass die Reserven effektiver genutzt werden können.

Paul Ponganis (Universität von Kalifornien in San Diego) et al.: Journal of Experimental Biology, Band 210, Seite 4279 ddp/wissenschaft.de ? Christina Taraschewski
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