Der Medizin-Nobelpreis geht an die Hirnforscher Arvid Carlsson, Paul Greengard und Eric Kandel - wissenschaft.de
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Der Medizin-Nobelpreis geht an die Hirnforscher Arvid Carlsson, Paul Greengard und Eric Kandel

Der Nobelpreis für Physiologie und Medizin geht in diesem Jahr an Arvid Carlsson von der Universität Göteborg, sowie die beiden New Yorker Paul Greengard von der Rockefeller Universität und Eric Kandel von der Columbia Universität. Das gab heute um 11.30 Uhr das Nobelpreiskomitee am Karolinska Institut in Schweden bekannt. Die Preisträger entdeckten Mechanismen der Kommunikation von Nervenzellen.

Arvid Carlsson fand im Hirn die Signalsubstanz Dopamin. Er konnte zeigen, dass Dopamin eine zentrale Rolle bei der Kontrolle unserer Bewegungen spielt. Die Forschungsergebnisse führten zu der Erkenntnis, daß die Parkinsonsche Krankheit durch Dopaminmangel in bestimmten Teilen des Hirns verursacht wird. Das wiederum ermöglichte die Entwicklung des effektiven Medikaments L-dopa, um das Leiden zu lindern.

Paul Greengard fand heraus, wie Dopamin und andere Signalsubstanzen auf einzelne Nervenzellen wirken. Die Signalsubstanzen beeinflussen zuerst einen Rezeptor auf der Nervenoberfläche. Dadurch wird eine Kaskade von Reaktionen ausgelöst, die „Schlüsselproteine“ beeinflusst, die ihrerseits Funktionen in der Zelle regulieren. Die Proteine verändern sich durch Hinzufügen oder Wegnahme von Phosphatgruppen, der sogenannten „Phosphorylierung“ und „Dephosphorylierung“.

Eric Kandel entdeckte, mit welchen molekularen Mechanismen die Effektivität der Synapsen verändert wird. Synapsen sind die Kontaktpunkte zwischen Nervenzellen, an denen die Zellen auf chemischen Wege Informationen austauschen. Anhand des Nervensystems einer Meeresschnecke hat Kandel gezeigt, daß Veränderungen der Funktion der Synapsen zentral für das Lern- und Erinnerungsvermögen sind. Für die Entstehung einer Form von Kurzzeitgedächtnis spielt wiederum die Phosphorylierung in der Synapse eine wichtige Rolle. Für die Entstehung eines Langzeitgedächtnisses ist außerdem die Neubildung von Proteinen erforderlich, die Form und Funktion der Synapse verändern.

Mehr über den Medizin-Nobelpreis erfahren Sie heute um 20 Uhr auf der Homepage von bild der wissenschaft.

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Marcel Falk

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