Der rätselhafte Tod der Riesenkraken - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Der rätselhafte Tod der Riesenkraken

Seismische Untersuchungen des Meeresbodens sind möglicherweise gefährlich für Riesenkraken, meinen spanische Forscher. Im Schnitt spült das Meer einmal pro Jahr eine tote Riesenkrake an Spaniens Küste. Im Herbst der Jahre 2001 und 2003 strandeten jedoch insgesamt neun Tiere. Beide Male fanden im selben Zeitraum seismische Untersuchungen mithilfe von gepulsten Schallwellen in den Küstengewässern statt. Das zeitliche Aufeinandertreffen und die Art der Verletzungen weisen darauf hin, dass Schallwellen zum Tod der Tiere beigetragen haben könnten, berichten die Forscher auf der Konferenz des Internationalen Beirats zur Erforschung der See ICES im spanischen Vigo.

Die Forscher um Angel Guerra vom Institut für Meeresforschung in Vigo hatten die Kadaver der Riesenkalmare der Art Architeuthis dux genauer untersucht. Die sieben bis zwölf Meter langen und bis zu 200 Kilogramm schweren Tiere wiesen keine äußeren Wunden auf. Besonders bei zwei Tieren waren jedoch die inneren Organe schwer beschädigt: Die Forscher fanden Verletzungen im Muskelgewebe und an Darm und Verdauungstrakt. Auch die Hörorgane waren schwer verletzt, was die Orientierung der Tiere beeinträchtigt haben könnte.

Als die Tiere strandeten, fanden im Golf von Biskaya zeitgleich seismische Untersuchungen statt. Geologen hatten mit Luftpulsern den Kontinentalrand vermessen. Dabei pressen sie in kurzen Abständen bis zu 80 Liter Luft zusammen und entlassen sie dann schlagartig ins Wasser. Dadurch läuft ein Schallimpuls durchs Wasser und bis in die Kruste des Meeresbodens. Die Reflexion dieses Schalls messen die Forscher mit sehr empfindlichen Unterwassermikrofonen. Sie können daraus auf die Struktur und Beschaffenheit des Meeresbodens schließen oder Erdölvorkommen finden.

ddp/bdw ? Barbara Witthuhn
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