Deutsche Kinder werden immer dicker ? extremes Übergewicht ist teilweise angeboren - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Gesundheit+Medizin Umwelt+Natur

Deutsche Kinder werden immer dicker ? extremes Übergewicht ist teilweise angeboren

Extremes Übergewicht bei Kindern ist nach Erkenntnissen Marburger Wissenschaftler schon im Erbgut angelegt. Untersuchungen zeigten, dass es zwar nicht ein Übergewichts-Gen gebe, aber eine Vielzahl von Erbanlagen, die Fettleibigkeit auslösen können, sagte Johannes Hebebrand, der Leiter der Forschergruppe „Genetische Mechanismen der Gewichtsregulation“ der Universität Marburg, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Erkenntnissen der Forschergruppe sind rund ein Prozent der Kinder in Deutschland fettleibig. „In den Jahren zwischen 1985 und 1995 haben die Schwersten der Schweren im Durchschnitt um zehn Kilo zugenommen“, sagte Hebebrand. Untersuchungen bei Zwillingen und Adoptivkindern hätten gezeigt, „dass es nicht allein daran liegt, was und wie die Mutter kocht“. Tests mit 93 Familien, die jeweils zwei übergewichtige Kinder haben, zeigten Gemeinsamkeiten bei gewissen Chromosomenabschnitten. „Das spricht für eine deutliche erbliche Komponente.“

Die verdächtigen Regionen umfassen jedoch rund 300 Gene. In den kommenden Jahren wollen die Wissenschaftler diese genauer unter die Lupe nehmen. Sollte die Genforschung erfolgreich sein, könnten Medikamente entwickelt werden, die in die Regelkreise eingreifen und Fettleibigkeit verhindern, hofft Hebebrand.

Die Marburger vergleichen den Anstieg der Fettleibigkeit mit der zunehmenden Körpergröße der Deutschen. „In einer Gesellschaft, in der Hunger zum Fremdwort geworden ist, hat sich hier offenbar das volle genetische Potenzial im Körperlängenwachstum entfaltet“, erklärt Hebebrand. Ähnliches gelte beim Gewicht. Auch hiebei kämen die Erbanlagen erst voll zum tragen, wenn deren Wirkung nicht von Nahrungsmangel eingeschränkt sei. Der Lebensstil in modernen Industriegesellschaften mit einem Überangebot an Nahrung und sitzenden Tätigkeiten „begünstigen, dass sich solche Erbanlagen auswirken“.

dpa
Anzeige
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Dossiers

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Ren|ten|bank  〈f. 20〉 Bank, bei der man gegen eine zu zahlende Summe einen Rentenanspruch erwerben kann od. bei der man ein Darlehen durch Teilbeträge in Rentenform zurückzahlen kann ● Deutsche ~ 1923 gegründete Notenbank als Trägerin der damals geschaffenen Rentenmark u. zur Liquidierung des Rentenmarkumlaufs 1924; ... mehr

Hus|tle  auch:  Hust|le  〈[hs()l] m. 6; Mus.〉 in Amerika entstandener Gesellschaftstanz, der paarweise (bes. in Diskotheken) getanzt wird ... mehr

Gstanzl  〈n. 28; bair.–österr.; Mus.〉 = Gstanzel

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige