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Dicht am Wasser jagen Fledermäuse am leichtesten

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Ein Forscher der Universität Tübingen stellte jetzt fest, welche Jagdstrategien einzelne Fledermausarten verfolgen, um besser als die Konkurrenz zu sein: Besonders erfolgversprechend ist offensichtlich die Jagd dicht über dem Wasser.

„Es hängt nicht nur von der Geschicklichkeit ab, wie gut die Jagderfolge einer Fledermaus sind, sondern auch von der Fähigkeit, die Beute vor schwierigem Hintergrund überhaupt zu entdecken“, erklärt Björn Siemers, Zoologe an der Universität Tübingen.

Fledermäuse jagen ihre Beutetiere durch Echo-Ortung. Dazu stoßen sie durch Nase und Mund bis zu 100-mal in der Sekunde Ultraschallwellen mit einer Frequenz bis zu 200 Kilohertz aus. Das vom angepeilten Objekt zurückgeworfene Echo wird vom Ohr der Fledermaus aufgefangen und gibt ihrem Gehirn wertvolle Informationen über die Art und Größe der potentiellen Beute. Zurückgeworfene Störechos von Blättern, Gesträuch oder dem Erdboden behindern sie dabei.

Siemers testete die Jagdfähigkeiten der Fransen- und Wimperfledermaus und der Kleinen und Großen Bartfledermaus in einem Flugzelt. Geruchlose Plastikimitate dienten als Beute, die den Tieren vor störendem Hintergrund in totaler Finsternis angeboten wurden.

Wie der Zoologe feststellte, funktionierte die Ortung der Beute auch dann, wenn Beute und Störecho nur noch einen Abstand von fünf oder zehn Zentimetern hatten. Der Fangerfolg der einzelnen Arten war jedoch unterschiedlich: Je größer der Frequenzumfang der einzelnen Fledermaus war, desto mehr Beute machte das Tier. Fransenfledermäuse waren am erfolgreichsten. Wahrscheinlich jagen sie in der Natur am dichtesten an der Vegetation, vermutet der Forscher. Wimpernfledermaus und die Große Bartfledermaus jagen dagegen in mehreren Metern Entfernung von Ästen und Blättern.

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Die Wasserfledermaus, die Teichfledermaus und die Langfußfledermaus bevorzugen bei der Jagd ruhige Wasserflächen. Wie Siemers herausfand, liegt dies an den unterschiedlichen akustischen Eigenschaften des Wassers: „Eine glatte Fläche wirkt wie ein akustischer Spiegel. Wenn die Fledermaus ihren Ortungsruf schräg nach vorn und unten auf die Oberfläche schickt, dann wird das ‚Wasserecho‘ von ihr weg gespiegelt: Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel. Es gibt kaum störende Hintergrundechos. Ein Insekt auf oder über der glatten Fläche wirft dagegen ein deutliches Echo zur Fledermaus zurück. Der Fangerfolg der Fledermäuse ist deshalb auf glatten Flächen besser“.

In Europa kommen über 30 Fledermausarten vor. In manchen Gegenden konkurrieren bis zu sechs Arten der Gattung Myotis um das Futterangebot in Form von Insekten und Spinnen.

Almut Bruschke-Reimer
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