Die eineinhalbeiigen Zwillinge - wissenschaft.de
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Die eineinhalbeiigen Zwillinge

Amerikanische Forscher haben erstmals bei Menschen eine Mischform von ein- und zweieiigen Zwillingen beschrieben: Die Geschwister teilen sich mütterlicherseits die gleiche Erbinformation, ihre vom Vater erhaltenen Gene kommen jedoch in zwei verschiedenen Varianten vor. Wie das Team um Vivienne Souter vermutet, befruchteten im Fall dieser Zwillinge wahrscheinlich zwei Spermien des Vaters gleichzeitig eine einzige Eizelle der Mutter, die sich in der Folge teilte und sich zu zwei Embryonen entwickelte.

Dass eine Eizelle von zwei Spermien gleichzeitig befruchtet wird, kommt bei Menschen gelegentlich vor. In der Regel ist der daraus entstandene Embryo allerdings nicht lebensfähig, und es kommen nur wenige Kinder zur Welt, die in verschiedenen Geweben ihres Körpers eine unterschiedliche Erbinformation tragen. Im von Souter beschriebenen Fall kam es allerdings zu zwei seltenen Entwicklungen gleichzeitig: Eine doppelt befruchtete Eizelle teilte sich wahrscheinlich wie bei eineiigen Zwillingen kurz nach der Befruchtung in zwei Embryonen.

Die beiden vor wenigen Jahren zur Welt gekommenen Zwillingsgeschwister tragen beide sowohl männliche als auch weibliche Erbinformationen. Ein Kind ist männlichen Geschlechts, das andere hat keine eindeutigen körperlichen Geschlechtsmerkmale, was als intersexuell bezeichnet wird. Beide Kleinkinder sind jedoch gesund, wie der Onlinedienst der Fachzeitschrift „Nature“ berichtet.

Zweieiige Zwillinge unterscheiden sich genetisch wie Geschwister, die nicht gleichzeitig zur Welt gekommen sind. Bei ihrer Zeugung sind zwei Eier von je einem Spermium befruchtet worden. Eineiige Zwillinge teilen sich jedoch die gleiche Erbinformation. Sie gehen auf eine von einem Spermium befruchtete Eizelle zurück, die sich sehr früh in der Embryonalentwicklung teilte. Mischformen zwischen ein- und zweieiigen Zwillingen waren beim Menschen bisher nicht bekannt.

Nature, Onlinedienst Originalarbeit: Vivienne Souter (Banner Good Samaritan Medical Center, Phoenix) et al.: Human Genetics, Bd. 121, S. 179 ddp/wissenschaft.de ? Fabio Bergamin
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