Die subtile Wirkung der Düfte - wissenschaft.de
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Die subtile Wirkung der Düfte

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Düfte wirken unbewusst auf unsere Emotionen (Foto: unsplash.com/ Ruslan Zn)
Den Ausspruch „ich kann dich nicht riechen“ kennt jeder. Allerdings wissen nur die wenigsten, dass es wirklich Geruchs-Antipathien zwischen Menschen gibt, die vor allem biologisch begründet sind. Fatal wäre dies vor allem dann, wenn der Schwarm auf den aktuellen Lieblingsduft abweisend oder gar allergisch reagieren würde. Grund genug einen Blick auf die Wirkung von Düften zu werfen.

Dass Düfte eine Wohlfühlatmosphäre hervorrufen können, dass ist jedem klar. Dass Düfte aber auch dafür verantwortlich sein können, dass mitunter negative Gedanken aufkommen, die längst vergangen schienen – das hat etwas mit dem menschlichen Gehirn zu tun. Dieses ist nämlich derart leistungsfähig, dass ein Duft Erinnerungen erwecken kann, die längst vergessen schienen.

Düfte steuern menschliche Emotionen

Wer beispielsweise als Kind in den Ferien stets zur Oma durfte, die täglich frisches Brot gebacken hat, kann den Geruch von frischem Brot mit einer positiven Assoziation belegen. Wer hingegen in denselben Ferien regelmäßig Sauerkraut einstampfen musste, der wird sich an den essigscharfen Geruch vielleicht nur ungern erinnern – vor allem dann, wenn Sauerkraut nicht auf der Liste der Leibspeisen stand.

Im Vergleich zu anderen Lebewesen, wie beispielsweise dem Hund, hat der Mensch deutlich weniger Riechzellen. Allerdings sind diese schon recht früh aktiv. Ab der 28. Schwangerschaftswoche kann das Baby im Bauch der Mutter Geschmacksnuancen erkennen. Auch wenn Menschen nicht an die 1000 Rezeptoren herankommen, die sie zu Superspürnasen machen wie ihre tierischen Begleiter, so ist der Geruchssinn eines Menschen doch deutlich leistungsfähiger als angenommen.

Das Dufterlebnis nimmt meist denselben Weg durch den menschlichen Körper. Trifft der Geruch von Rosen auf den Rezeptor, der einzig und allein auf Rosenduft gepolt ist, trifft ein elektrischer Impuls im sogenannten Riechhirn auf. Einmal im Gehirn angekommen, wird dieser Impuls weitergereicht an das limbische System, den Gefühlspart des Gehirns, und an das Gedächtnis. Details dieses Weges sowie die Wirkkraft von Düften im medizinischen Bereich, sind Teil dieses Fachbeitrags.

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Die Welt der Düfte beim ersten Date

In aller Regel weiß niemand Bescheid über die Duftrezeptoren seines Gegenübers. Wie also kann das passende Parfum gewählt werden, das dann Sympathie erzeugt? Oder wie kann im Vorfeld bereits eruiert werden, ob der Duft des verwendeten Haarpflegeprodukts ein wohliges Gefühl beim Gegenüber auslöst? Grundsätzlich gilt: Kein Parfum hat eine derart betörende Wirkung, dass es das Date dazu bringt, sich direkt zu verlieben. Aber ein Duft, der nicht ankommt, kann schnell für Ablehnung sorgen – und diese Ablehnung wird bleiben. Bei der Wahl des Parfums gilt deswegen: Der verströmte Duft sollte die Persönlichkeit unterstreichen und ihr schmeicheln.

Der Sportler legt einen frischen Duft auf, der dezent Leichtigkeit verströmt. Abstrakte Gerüche, die an Orient und Fernost erinnern, wären hier die falsche Wahl.

Romantiker setzen auf blumige Düfte. Schwere Parfums unterstreichen den Typ nicht besonders gut.

Bodysprays und Parfums mit möglichst wenig Alkohol zählen zu den klassischen Sommerdüften. Winterdüfte hingegen sind oft würziger und erinnern vielleicht sogar ein wenig an die Weihnachtsbäckerei. Vanille, Zimt und Gerüche dieser Coleur passen zu einem Date auf dem Weihnachtsmarkt.

Wer sich schlecht selbst einschätzen kann, der kann online jede Menge Tests absolvieren, die zeigen sollen, welches Parfum die passende Note hat. Wer hingegen genau weiß, welche Parfummarke die Persönlichkeit am besten unterstreicht, findet hier sein Parfum von beispielsweise Armani.

Parfum als Spiegel der Persönlichkeit!?

Wenn niemand beim ersten Date des Duftes wegen die Nase rümpft, ist schon vieles gut gelaufen. Der Duft bleibt allerdings ein entscheidender Punkt, wenn es ums Kennenlernen geht, denn: Wer Düfte gut einordnen kann, kann vom Parfum ableiten, welche Persönlichkeit dahinter steckt.

Wer den frischen Duft von Zitrusfrüchten mag, der gehört meist zu den Organisationsgenies, die alles im Blick haben und morgens voller Elan in den Tag zu starten, den sie durch und durch selbst bestimmen. Achtung: Verwechslungsgefahr! Fruchtige Düfte können nämlich auch auf eine Partymaus hinweisen, die lacht, feiert und – hier gibt es nämlich durchaus Parallelen – mächtig viel Elan hat.

Rosenduft verrät den Romantiker. Gekleidet in Kaschmirpullover. Lieblingsfarben: Pastellfarben. Das alles verrät ein blumiges Parfum. Das Gegenteil zum romantischen Blumenmädchen ist ein tiefgründiges, würziges Parfum, das auch aussagt: Stille Wasser können manchmal gefährlich tief sein. Der nächste Parfum-Typ, der Naturbursche, ist keine Überraschung. Er liebt erdige Gerüche, die das Gefühl von Natur versprühen. Up-to-date ist der Naturbursche dennoch, denn regelmäßig ist er auf Trendrecherche. Er ist informiert, kennt sich aus – und das, obgleich der Duft glauben lässt, dass er sich nur in der Wildnis umhertreibt.

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