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Umwelt+Natur

Die Trocken-Schüttel-Formel

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Der Hund schüttelt sich, um wieder trocken zu werden. © Dickerson and Hu, Georgia Tech.
Egal ob Maus, Labrador oder Panther ? wenn sie nass sind, schütteln sich Säugetiere, um sich vom Wasser zu befreien. Je nach Größe schwingen sie dabei ihren Körper unterschiedlich schnell hin und her. US-Forscher haben jetzt eine Formel entwickelt, mit der sie die jeweilige Frequenz berechnen können.

Genau wie Menschen versuchen auch Säugetiere bei nassem Wetter möglichst trocken zu bleiben, um sich vor Unterkühlungen zu schützen. Da Eichhörnchen, Känguru & Co aber kein Handtuch zum Trockenrubbeln haben, müssen sie die Wassertropfen anderweitig aus ihrem Fell bekommen. Bei Hunden sieht man es häufig: Sie schütteln ihren Körper komplett durch, dass die Tropfen nur so fliegen. Diese Technik zieht sich quer durch die Palette der Säugetiere – von der Maus bis zum Löwen. Der Unterschied besteht nur im Rhythmus, also der Frequenz des Schüttelns, zeigen nun die Untersuchungen von Andrew Dickerson vom Georgia Institute of Technology und seinen Kollegen.

Die Forscher haben für die Studie 16 verschiedene Säugetierarten untersucht und 5 unterschiedliche Hunderassen. Um die Bewegungen genau zu untersuchen, machten die Forscher Videoaufnahmen der Tiere, die sie mit Wasser besprüht hatten. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Schüttelfrequenz der Tiere mit ihrer Masse zusammenhängt: Je kleiner die Tiere, desto schneller schütteln sie ihren Körper. Die Frequenz entspricht in etwa der Masse des Tieres hoch minus 0,22. Die kleinen Tiere kompensieren ihren kleinen Rumpf-Radius mit der schnelleren Frequenz, um die Zentrifugalkraft zu erhöhen, die nötig ist, um die Tropfen zum ?Abfliegen? zu bringen. Würde eine Maus sich so ?langsam? schütteln wie ein Hund, wäre sie danach immer noch genauso nass wie vorher, erklären die Wissenschaftler.

Insgesamt schütteln die Tiere rund 70 Prozent des Wassers von ihrem Körper ab. Was ebenfalls auffiel: Generell schütteln sich Säugetiere ?auf allen Vieren?, außer Nagetiere, die sich dafür auf die Hinterbeine stellten. ?Wir gehen davon aus, dass das Schütteln bei Nässe ein uralter Überlebensmechanismus ist, der seit der Entstehung der Säugetiere existiert. Haarlose Säugetiere, wie der Mensch, haben diesen Instinkt hingegen verloren?, so die Autoren der Studie.

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Andrew Dickerson (Georgia Institute of Technology) et al.: Journal of the Royal Society Interface; doi: 10.1098/rsif.2012.0429 © wissenschaft.de – Gesa Seidel
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