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Umwelt+Natur

Doch keine Familienbande

Die früher in der Mongolei beheimateten Przewalski-Wildpferde sind nicht so eng mit den heutigen Hauspferden verwandt wie bisher angenommen. Die Abstammungslinien der Tiere haben sich lange vor der Domestizierung des Pferdes getrennt, stellten österreichische Wissenschaftler bei einem DNA-Vergleich fest. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist (Ausgabe vom 6. Dezember).

Die hellbraunen Pferdchen mit der charakteristischen hochstehenden Mähne galten bislang als Urahnen der heutigen Hauspferde. Diese Vermutung stützt sich hauptsächlich auf die großen Ähnlichkeiten deren so genannter mitochondrialer DNA mit dem entsprechenden Erbgut der heutigen Hauspferde. Andere genetische Faktoren, besonders die unterschiedliche Zahl der Chromosomen, warfen jedoch immer wieder Zweifel an dieser Hypothese auf.

Wie berechtigt diese Bedenken sind, zeigen die Ergebnisse von Mathias Müller von der Universität Wien und seinen Kollegen: Sie untersuchten Abschnitte der Y-Chromosomen der Hauspferde und der Przewalski-Pferde und stellten fest, dass sich die Entwicklung der beiden Populationen schon vor 120.000 bis 240.000 Jahren getrennt hat. Da Pferde jedoch erst vor etwa 6.000 Jahren domestiziert wurden, können die Przewalski-Pferde nicht die Vorfahren der Hauspferde sein.

Przewalski-Pferde, 1878 von Nikolai Przewalski entdeckt, lebten ursprünglich hauptsächlich in den mongolischen Steppen. Seit Mitte der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gilt das kräftige, nur 1,32 Meter große Wildpferd in der freien Wildbahn als ausgestorben. In vielen Zoos und Tiergärten werden die kleinen Pferde jedoch erfolgreich gezüchtet, und auch einige Auswilderungsprogramme sind bereits angelaufen.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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