Doppelklick für die Freundschaft - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Doppelklick für die Freundschaft

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Wale stiften vermutlich Harmonie, indem sie sich den Klickgeräuschen ihrer Artgenossen anpassen. Foto:
Pottwale singen lieber Duette als Solos: Nimmt ein Tier die charakteristischen Klicklaute eines Artgenossen wahr, passt es seinen eigenen Rhythmus an den des Gegenübers an. Auf diese Weise entstehen ganze Sequenzen synchroner Klicks, haben kanadische und britische Forscher beobachtet. Wozu die Duette genau dienen, können die Biologen bislang zwar noch nicht sagen. Sie vermuten jedoch, dass sie die sozialen Bindungen innerhalb der Gruppen stärken sollen ? eine Strategie, die auch von anderen Tieren verwendet wird.

Mit Hilfe von Unterwassermikrophonen belauschten die Wissenschaftler neun Pottwale im Pazifik, in der Nähe der Galapagos-Inseln, und weitere sieben in der Karibik. Meistens begannen die Tiere mit dem Klicken, wenn sie in Sichtweite eines Artgenossen waren, entdeckten die Forscher. Zudem ließen sie sich von deren Lautäußerungen inspirieren: Sie antworteten zum Beispiel innerhalb von nur zwei Sekunden auf eine Klicksequenz ihres Gegenübers und wiederholten dabei häufig den Rhythmus der Lautabfolge. Auf diese Weise entstanden Duette, in denen die Klicks nicht selten perfekt synchronisiert waren.

Auch andere Wale nutzen ihre Laute für die Kommunikation von Tier zu Tier. So bezirzen etwa Buckelwale mit ihren Gesängen ihre bevorzugten Weibchen, und Schwertwal männchen praktizieren eine Art Zwiegespräch mit ihren Pfeiflauten. Wahrscheinlich dienen auch die Pottwal-Duette dazu, die sozialen Bindungen zwischen einzelnen Tieren innerhalb einer Gruppe zu festigen, spekulieren die Forscher. Bisher hatten Wissenschaftler angenommen, die Pottwale würden die Laute lediglich dazu benutzen, ihre Artgenossen aufzuspüren.

Tyler Schulz (Dalhousie-Universität, Halifax) et al.: Animal Behaviour, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1016/j.anbehav.2008.07.032. ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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