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Gesellschaft+Psychologie Umwelt+Natur

Doppelter Ekel

Das Gefühl des Ekels ist komplexer als bislang angenommen. Nach Untersuchungen amerikanischer Psychologen hat dieses Gefühl zwei Wurzeln – eine basiert auf der Angst vor Schmutz und Krankheiten, die andere ist mit der Angst vor Tod oder Verletzung verbunden. Die Erkenntnisse von Bunmi Olatunji von der Universität von Arkansas in Fayetteville und seinen Kollegen könnten Auswirkungen auf die Behandlung psychischer Krankheiten wie Phobien oder Zwangshandlungen haben, berichtet die Universität von Arkansas.

Die dem Ekel zugrunde liegenden Emotionen konnten die Wissenschaftler in zwei wesentliche Kategorien aufteilen: Ein tief liegender Ekel basiert auf grundlegenden Ängsten vor Schmutz und könnte beispielsweise eine Ursache für Zwangsstörungen sein. Auslöser sind Reize, die der Gesundheit schaden könnten, wie zum Beispiel verrottendes Essen, Abfall oder Ratten. Dem gegenüber steht eine Form des Ekels, die den Menschen an seinen Ursprung im Tierreich erinnert, wie es die Forscher formulieren. Konkret führt dies zu Ekelgefühlen in Zusammenhang mit dem Tod, mit Blut oder angesichts von Verletzungen und Verstümmelungen.

Die Unterscheidung der beiden Formen von Ekel könne für die Behandlung von Phobien oder Zwangsneurosen eine wichtige Rolle spielen, sagen die Psychologen. Therapeuten müssten beispielsweise bei der verbreiteten Konfrontationstherapie gegen Phobien noch genauer zwischen den möglichen Auslösern dieser Angstgefühle unterscheiden. Bei dieser Therapieform wird der Patient mit dem Objekt seines Ekels beziehungsweise seiner Angst konfrontiert.

ddp/bdw ? Cornelia Dick-Pfaff
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