Dschingis Khans treuester Begleiter - wissenschaft.de
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Dschingis Khans treuester Begleiter

Die Tuberkulose breitete sich mit Dschingis Khan und seinen Truppen in Eurasien aus. Das vermutet ein internationales Forscherteam nach einer Untersuchung der genetischen Fingerabdrücke von 300 Bakterienstämmen des Erregers Mycobacterium tuberculosis, das für die Infektion mit Tuberkulose verantwortlich ist.

Zwei Eigenschaften von M. tuberculosis fielen den Wissenschaftlern als bemerkenswert auf. Zum einen löst die Infektion mit dem Tuberkelbakterium nicht immer eine Tuberkulose aus: Das raffinierte Bakterium kann sich auch im Wirt aufhalten, ohne Symptome auszulösen. Daraus schließen die Forscher, dass es in vorindustrieller Zeit ein fester Bestandteil des menschlichen Zusammenlebens war und vor allem innerhalb des Familienverbands übertragen wurde, wo der körperliche Kontakt am stärksten ausgeprägt war. Zum zweiten hat das Bakterium eine Vorliebe für männliche Opfer: Es befällt im Schnitt 70 Prozent mehr Männer als Frauen.

Die Forscher zählten eins und eins zusammen und entwickelten die These, dass die Ausbreitung des Tuberkelbakteriums eng an die Vermehrung und Ausbreitung des Menschen gekoppelt sei. Um diese These zu testen, verglichen sie die genetischen Profile gewöhnlicher Stämme von M. tuberculosis mit den Mustern der Wanderungsbewegungen des Menschen und den weltweiten Variationen des männlich vererbten Y-Chromosoms. Sie fanden heraus, dass die Ausbreitung und Evolution des Tuberkelbakteriums tatsächlich die Ausbreitung des Menschen über die letzten 60.000 bis 100.000 Jahre reflektiert.

Der untersuchte Stamm des Tuberkelbakteriums war vor 30.000 bis 40.000 Jahren in Zentralasien entstanden und breitete sich von dort zunächst nach Sibirien und später nach Ostasien aus, erklären die Forscher. Erst vor einigen hundert Jahren, vermutlich zu Beginn des 13. Jahrhundert mit Dschingis Khan und seinen Truppen, sei der Erreger nach Eurasien gelangt. In Südafrika landete er dann in den vergangenen 300 Jahren auf dem Seeweg, vermuten die Wissenschaftler.

Igor Mokrousov ( Pasteur Institut in St. Petersburg) et al.: Genome Research (Online-Vorabveröffentlichung, Bd. 15, S.1357) ddp/wissenschaft.de ? Christina Schallenberg
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