Weltweite Studie Dünger zersetzt gesunde Ökosysteme - wissenschaft.de
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Weltweite Studie

Dünger zersetzt gesunde Ökosysteme

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Die Rechnung ist im Grunde simpel: Soll ihr Grünland mehr Ertrag abwerfen, bringen Bauern für gewöhnlich Dünger ein. Damit haben sie die Rechnung aber ohne die Natur gemacht. Denn überdüngte Wiesen kommen schlecht mit Umweltveränderungen zurecht.

Die zusätzlichen Nährstoffe regen zwar das Wachstum der Pflanzen an, sie bewirken aber auch, dass die Gewächse zu gleicher Zeit aus dem Boden sprießen. In einem natürlichen Ökosystem mit einer großen Artenvielfalt verhält es sich anders. Die Pflanzen wachsen nicht synchron. „Dies wird auch als Portfolio-Effekt bezeichnet“, erklärt der Leiter des Projekts, Eric Seabloom von der University of Minnesota. Wer Geld anlegt, investiert in möglichst verschiedene Aktien- oder Rentenpapiere, um stabile Renditen einzufahren. Ganz ähnlich funktioniert ein stabiles Ökosystem. Fallen auf einer Wiese einige Arten im Wachstum zurück – etwa weil ein Frühling zu heiß oder ein Sommer verregnet ist -, gleichen dies andere Arten aus, die mit den Umweltschwankungen besser zurechtkommen.

„Man sollte nicht nur berücksichtigen, wie produktiv Ökosysteme im Moment sind, sondern auch wie stabil sie langfristig werden“, so das Fazit von Projektteilnehmer Martin Schütz von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft. „Die biologische Vielfalt ist dabei entscheidend, wenn die Stabilität von Ökosystemen langfristig erhalten werden soll.“

Quelle: Yann Hautier, Eric W. Seabloom, Elizabeth T. Borer et al., Europhication weakens stabilizing effects of diversity in natural grasslands. Nature, 16. Februar 2014, doi: 10.1038/nature13014

Foto: The Photos/ Fotolia.com

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