Durchleuchtete Katzen - wissenschaft.de
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Durchleuchtete Katzen

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Das Erbgut der Hauskatze ist sequenziert. Bild: tochichi, wikipedia.de
Das Genom der Hauskatze ist sequenziert: Einem internationalen Wissenschaftlerteam ist es erstmals gelungen, die ungefähre Bausteinabfolge im Erbgut einer Abessinierkatze zu bestimmen. Damit ist Felis catus, so der offizielle Name der Hauskatze, nach Maus, Ratte, Opossum, Rind, Hund, Schimpanse und Mensch das nächste Säugetier, dessen Genomsequenz veröffentlicht wird. Vollständig ist dieser erste Erbgutentwurf jedoch noch nicht ? ein Vergleich mit den Daten der anderen Tiere zeigt, dass die entschlüsselten Sequenzen nur etwa 65 Prozent der Katzengene erfassen.

Insgesamt 20.285 potenzielle Gene konnten die Forscher anhand des Vergleichs mit den anderen Säugetiergenomen im Erbgut der Katze Cinnamon, der Spenderin des Genmaterials, identifizieren. Diese Gegenüberstellung zeigte auch, dass sich seit den Zeiten des gemeinsamen Vorfahren der Säugetiere die Genome der verschiedenen Linien viele hundert Male reorganisiert haben müssen.

Das Katzengenom ist vor allem deswegen interessant, weil bei Katzen viele Krankheiten auftreten, die es auch beim Menschen gibt. Allein 250 natürlich auftretende Erbkrankheiten sind bekannt. So kommt in Cinnamons mehrere Generationen umspannendem Stammbaum beispielsweise eine Mutation vor, die die Augenkrankheit Retinitis pigmentosa auslöst, konnten die Forscher nachweisen. Diese Krankheit führt zu einer Degeneration der Netzhaut und schließlich zu Blindheit. In Deutschland sind davon schätzungsweise 30.000 bis 40.000 Menschen betroffen.

Je mehr genetische Informationen über diese Erkrankungen zur Verfügung stehen, desto größer ist die Chance, gleichzeitig auch etwas über die Ursachen der menschlichen Pendants zu erfahren, erklären die Wissenschaftler. Zudem gelten Katzen als gute Modelle für die Untersuchung von Infektionskrankheiten wie etwa Aids, da der Erreger FIV (Felines Immundefizienz-Virus) eng verwandt mit dem menschlichen HIV ist.

Joan Pontius (National Cancer Institute, Frederick) et al.: Genome Research, Band 17, Seite 1675 ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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