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Ecstasy als Mittel gegen Parkinson?

Die Droge Ecstasy hat möglicherweise eine medizinische Karriere vor sich. Der ehemalige Stuntman Tim Lawrence hatte in einem BBC-Interview offenbart, dass Ecstasy seine schweren Parkinsonsymptome lindere. In Tierversuchen mit Krallenaffen, die ebenfalls an Parkinson erkrankt waren, konnten Forscher die helfende Wirkung der Droge bestätigen, berichtet das Magazin „New Scientist“ (Ausgabe vom 9. November, S. 14).

Erst vor wenigen Wochen hatten amerikanische Wissenschaftler genau das Gegenteil bekannt gegeben, nämlich dass die Droge parkinsonähnliche Symptome hervorrufen könne ( bild der wissenschaft berichtete).

Bei Parkinsonpatienten gehen im Gehirn Nervenzellen zugrunde, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Daraufhin kann die Gesichtsmimik erstarren, Arme und Beine beginnen zu zittern und Bewegungen stoppen unwillentlich inmitten von Handlungen. Außerdem leiden Betroffene oftmals unter ruckartigen Bewegungen ihrer Gliedmaßen. Die Patienten erhalten in der Regel das Mittel „L-Dopa“, das im Gehirn die verbliebene Dopaminproduktion ankurbelt. Das Medikament kann allerdings zu starken Schwankungen in den Symptomen der Krankheit führen.

Der Stuntman Lawrence berichtete jedoch, dass nach Einnahme von Ecstasy zusätzlich zu L-Dopa die Symptome der Krankheit verschwanden und er seine Bewegungen unter Kontrolle hatte. Die Versuche an Krallenaffen kamen zu den gleichen Ergebnissen.

Forscher warnen dennoch, Ecstasy als Medikament zu benutzen: Die Droge steht unter Verdacht, schwere Schäden im Gehirn anzurichten. Weitere Studien sollen daher nun klären, ob es ähnliche Verbindungen gibt, die weniger schädlich sind, aber bei Parkinson helfen können.

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ddp/bdw – Andreas Wawrzinek
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