Eierstockkrebs durch Milchprodukte? - wissenschaft.de
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Eierstockkrebs durch Milchprodukte?

Ein übermäßiger Konsum von Milchprodukten könnte das Risiko für Eierstockkrebs erhöhen. Das vermuten schwedische Forscher nach einer Auswertung von 21 bereits veröffentlichten Studien. Die Ergebnisse dieser Auswertung waren jedoch nicht ganz eindeutig: Lediglich in einem bestimmten Studientyp, den so genannten Kohortenstudien, habe sich ein deutlicher Trend abgezeichnet, schreiben die Wissenschaftler. Weitere Studien sollen nun zeigen, ob Milchprodukte und Laktose tatsächlich einen Einfluss auf die Entwicklung von Eierstockkrebs haben.

Bereits 1989 entdeckten Wissenschaftler Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Eierstockkrebs und dem Konsum von Milchprodukten und Laktose. Die Forschergruppe um die Schwedin Susanne Larsson verglich nun die Resultate von 18 so genannten Fall-Kontroll-Studien sowie drei Kohortenstudien, die den Einfluss von Milch-, Joghurt-, Käse- oder Laktosekonsum auf die Entstehung von oder den Tod durch Eierstockkrebs behandelten. In den Fall-Kontroll-Studien wurde die Ernährung von Krebspatienten und Kontrollgruppe zum Zeitpunkt der Krankheitsdiagnose aufgezeichnet, während in den Kohortenstudien die Ernährungsgewohnheiten der Patienten bereits Jahre vor dem Ausbruch des Krebses beobachtet wurden.

Zwischen den zwei Studientypen gab es einen großen Unterschied, stellten die Wissenschaftler fest: Die Fall-Kontroll-Studien ließen keinen Einfluss des Milchzuckers Laktose auf die Krebsentstehung erkennen. Das Trinken von Vollmilch jedoch schien die Krebsentwicklung leicht zu fördern. Die Kohortenstudien lassen dagegen vermuten, dass ein übermäßiger Konsum von Milch das Risiko für Eierstockkrebs deutlich erhöht: Nach diesen Untersuchungen würde ein täglicher Konsum von 10 Gramm Laktose ? einer Menge, die in einem Glas Milch enthalten ist ? das Krebsrisiko um 13 Prozent steigern. Auch der Konsum von Joghurt könnte im Zusammenhang mit Eierstockkrebs stehen. Käse erhöhte das Krebsrisiko dagegen nicht.

Die unterschiedlichen Resultate der beiden Studientypen können von verschiedenen Faktoren abhängen, erklären die Forscher. Unter anderem seien dies Fehler bei der Patientenauswahl, Veränderungen in der Ernährung nach der Diagnose von Krebs oder ungenaue Aufzeichnungen über die Nahrung der Patienten. Die Wissenschaftler wollen nun testen, ob verschiedene Unterarten von Eierstockkrebs möglicherweise unterschiedlich durch Milchkonsum beeinflusst werden.

Susanna Larsson (Karolinska-Institut, Stockholm) et al.:
International Journal of Cancer, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1002/ijc.21305

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ddp/wissenschaft.de – Katharina Schöbi
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